1/21/2013

Film: Valtari Mystic Film Experiment - Sigur Rós.

Valtari Mystic Film Experiment - Sigur Rós


Zum Release ihres aktuellen Albums "Valtari" hat die isländische Band Sigur Rós mehreren namhaften Regisseuren ein Budget zur Verfügung gestellt um Kurzfilme zu den 8 neuen Songs zu drehen. Es gab keine inhaltlichen Vorgaben um den Künstlern die größtmögliche gestalterische Freiheit zu lassen. ´

Unter dem Titel "Valtari Mystic Film Experiment" entstanden so 16 Clips, die  im vergangenen Jahr über mehrere Monate verteilt nacheinander vorgestellt wurden. Ich habe mir die Videos letzte Woche im Kino angeschaut und stelle euch heute meine vier Lieblingsfilme vor. Prepare to be stunned!


Bei der Vorstellung wurden die Filme nicht in der Reihenfolge der ursprünglichen Veröffentlichung gezeigt, so dass ich den Clip #14 an zweiter Stelle sah und sofort von diesem Highlight gefesselt war. Das ist Ballett wie  ich es verstehe. Hier stimmt einfach alles: Setting, Tänzer, Choreografie, Kostüme, Art der Kameraführung. Was hier passiert ist so viel mehr als Tanz. Faszinierend, zu welchen Bewegungen der menschliche Körper fähig ist.

Zu Beginn ist nicht klar, welches Körperteil hier eigentlich gefilmt wird und die Partner schaffen es immer wieder zu unmenschlich wirkenden Figuren zu verschmelzen; so als seien sie lebendige Skulpturen. Zusammen mit der Musik, der Leidenschaft der Tänzer und der rauen Industrielandschaft entspinnt sich dieser Film zu purem Sex und hat mich sprachlos in den Kinosessel gedrückt. Wie kann man sich nur so bewegen?

Besonders schön finde ich, dass die Verknotungen zu jeder Zeit absolut gleichberechtigt wirken. Niemals ist nur einer on top und der andere muss darum kämpfen nach oben zu kommen. Stattdessen ist alles ständig im Fluss und gehört zusammen. Ich denke, dass auch die abschließende, unendliche Bewegung so zu interpretieren ist.

An den drei anderen hier gezeigten Filmen gefällt mir, dass sie eine Geschichte erzählen und sich nicht so sehr von der Musik dominieren lassen, wie es bei einigen anderen Beiträgen der Fall ist. Außerdem wurden eigenständige filmische Mittel gewählt, wodurch diese Clips bei mir Eindruck hinterlassen haben.

Film #9 besticht durch seine ungewöhnliche zeichnerische Umsetzung und ich habe mir die im März erscheinende Graphic Novel "New School" des Zeichners Dash Shaw gleich vorgemerkt.

Für den Film #16 zeigt sich die von mir seit Jahren verehrte Floria Sigismondi verantwortlich. Die italienisch-kanadische Künstlerin präsentiert sich wieder als Meisterin im Einfangen einer abgefuckten, aussichtslosen Ästhetik und spielt mit viel Fingerspitzengefühl mit zerplatzten Kinderträumen und schwierigen Familienbeziehungen.

Regisseur Nick Abrahams beeindruckt im Film #10 mit unglaublichen Naturaufnahmen und einer unerwarteten Erzählstruktur, die für Gänsehaut sorgt.

Auf die Dauer war es leider recht anstrengend allen Videos die entsprechende Aufmerksamkeit zu widmen, da wirklich alle in Zeitlupe gedreht sind, sich natürlich die Musikstücke wiederholen und mache Bilder einfach nicht so bestechend sind.

Fazit: Neben einem Teil verzichtbarer Beiträge hat das Experiment einige wirklich herausragende Kurzfilme hervorgebracht,  die ihr euch unbedingt ansehen solltet.

Film ab!

Film #14: Valtari by Christian Larson



Film #9: Seraph by Dash Shaw & John Cameron Mitchell



Film #16: Leaning Towards Solace by Floria Sigismondi



Film #10: Ekki Múkk by Nick Abrahams

 

Die DVD "Valtari Film Experiment" mit allen 16 Clips erscheint am 15. Februar in Deutschland. Weitere Infos zu den Filmen sowie Gedanken und Biografien der Regisseure findet ihr auf der Webseite von Sigur Rós.

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