9/03/2012

Konzerte: Wer soll mein Herzblatt sein?



Es wird es höchste Zeit eine Bank zu überfallen. Oder den letzten wertvollen Besitz zu verkaufen. Nachdem wir den Sommer überstanden haben, kommen nun die Schönsten der Schönen auf Tour. Zum Glück hab ich Lana Del Rey bereits gesehen und kann jetzt beruhigt auswürfeln, welche Karte ich mir besorge. Folgende Künstler bieten sich bis zum Ende des Jahres an:

14. September - Graham Coxon im Postbahnhof, Berlin

Ähnlich wie früher John Frusciante bei den Peppers ist Coxon das besonder Gewürz bei Blur. Zum gepflegten Austicken ist er solo unterwegs. Nicht von der Brille täuschen lassen.



















18. September - Tu Fawning im BeatPol, Dresden

Ich habe die Multi-Instrumentalisten bereits im Frühjahr in einem kalten Keller in Leipzig gesehen und war danach so fertig mit der Welt, daß ich alle zart aufkeimenden Ideen selbst wieder Musik zu machen, sofort begraben habe. Genialer Schlagzeuger. Ach, und immer wenn man denkt, man hat alles gesehen, zaubern sie noch irgendwo ein verrücktes Instrument hervor.




























27. September - A Place To Bury Strangers im BeatPol, Dresden

Die Krach-Ästheten aus New York sollten eigentlich mein musikalisches Highlight dieses Jahr werden, aber der verkackte Auftritt in Berlin hat mich so abgetörnt, daß ich mir noch nicht mal ihre neue Platte angehört habe. Seitdem halte ich die Band auch für selbstverliebte, arrogante Wichser. Bin aber bereit meine Meinung zu ändern und ihnen noch eine Chance zu geben. Oder war "Exploding Head" am Ende nur ein großes Mißverständnis?

















15. Oktober - Tori Amos in der Philharmonie, Berlin

Trotz der üblichen, horrenden Ticketpreise fast komplett ausverkauft. Zu Recht. Auch wenn Amos in Gesprächen dauerbekifft wirkt und dazu neigt, den Hörer mit langsamen Passagen auf die Probe zu stellen, ist sie in Sachen Intensität eine sichere Hausnummer. Und überhaupt: Jeder sollte mindestens einmal gesehen haben wie sie das Klavier fickt. Manchmal auch mit beiden Händen gleichzeitig. 

























18. Oktober - Frittenbude & Manual Kant im Kassablanca, Jena

Eigentlich nur wegen Manual Kant. Ich bin gerade heftigst verliebt in die Band. Habe mir am Wochenende endlich das Album gekauft und kann es kaum erwartenn, darüber zu schreiben. Zum Glück ist der Sänger nur beim Singen sexy, sonst wär das gefährlich. Aber wirklich. Bucht diese Band jetzt gefälligst ins UT oder als Vorband ins Conne Island. 






















28. Oktober - Amanda Palmer im C-Club, Berlin

In letzter Zeit hatte ich das Gefühl, Amanda Palmer würde mehr im Internet rumhängen, anstatt vernünftige Songs zu schreiben. Die Vorab-Single "Want it back" zum neuen Album spielt aber endlich wieder in der ersten Kreativliega. Davon ab hat sie das live mit dem Klavier-Fick auch ganz gut raus.



















03. November - Robyn im C-Club, Berlin

Die süße Robyn! Seit vielen Jahren versteht sie es Mainstream-Tanzmusik mit Hirn zu machen. Alle drei "Body Talk"-Platten fand ich so super, daß ich sie im Sommer 2010 permanent auf dem Weg zur Arbeit gedudelt hab. Im Moment ist meine Verzückung ohne bestimmten Grund etwas abgekühlt.
























15. November - Bat For Lashes im Huxley's Neue Welt, Berlin

Sehr verlockend, denn das ist mal etwas Besonderes! Diese Band spielt nicht auf jeder Hundehochzeit und ich dachte, sie hätten sich zwischenzeitlich aufgelöst. Jetzt gibt es ein neues Album und ich bin mir sicher, ihr werdet noch viel darüber lesen. Wer keine Ahnung hat wovon ich rede: Bat For Lashes ist so was wie eine wirklich düstere und zerbrechliche Florence Welch. Aber nicht Horrorfilm-gruselig. Eher Hitchcock-beklemmend.























20. November - Gossip in der Red Bull Arena, Leipzig

Pussy Riot ist zumindest auf dem aktuellen Album vorüber, aber das muß für die Gossipschen Liveshows nichts bedeuten. Beth Ditto ist eine Entertainerin mit einer begnadeten Stimme. Egal was sie singt. Neben Bühnenakrobatik und vielen Rülpsern gehören tolle Coverversionen zum Programm.




















 

20. November - The Hives in der C-Halle, Berlin

Gott, wie habe ich The Hives vermißt! Wie viele Bands haben sich bei ihnen bedient (zuletzt Kraftklub) es aber nie so hingerotzt wie die Schweden in den maßgeschneiderten Anzügen. Howlin' Pelle Almquist trägt seinen Namen zurecht und ich frage mich, ob sie es noch draufhaben. Auf dem Hurricane 2004 waren sie der Hurricane, aber da stand Charlotte Roche auch noch auf Indie-Musik.























27. November - Garbage im Astra, Berlin

Auch so eine Comeback-Gruppe. Letzter Augenkontakt beim Hurricane 2002. Damals im Doppelpack mit No Doubt unterwegs. Beide Bands auf der Höhe ihre Erfolges. Obwohl in beiden Fällen nicht die besten Platten ihrer Karriere als Wiederbelebung dieser dienen, scheint die Abwesenheit DER Schachzug zu sein. Glaubt man dem Internet, sehnen sich Millionen von Menschen nach diesen 90er-Sounds. Ich gehöre dazu und gestehe: Shirley Manson ist eine der besten Frontfrauen ever. Sie steckt diesen Kinderkram wie Jennifer Rostock so was von in die Tasche.
























01. Dezember - Florence + the Machine in der Berlin Arena, Berlin 

Muß man eigentlich nichts mehr dazu sagen. Das größte Venue, das Berlin zu bieten hat. Der Sound soll allerdings beschissen sein. Florence trägt Gucci auf der Bühne. Obwohl sie auch Klamotten von Karl Lagerfeld geschenkt bekommt. Demnächst will sie sich ein Jahr Auszeit nehmen. Für die neue Platte. Die soll tatsächlich noch größer werden.






















 

08. Dezember - Crystal Castles im Postbahnhof, Berlin

Diese Band habe ich noch nicht so ganz kapiert. Sie kommen aus einem Squad aus Kanada. Ihre Fans interpretieren eine große Affinität zu schlimmen Drogen (Crystal, get it? ha) in ihren Look. Keine Ahnung warum. Sängerin Alice Glass wird abgefeiert, weil sie sich auf der Bühne gerne mal ein Bein bricht oder ihren Kopf in die Bass Drum rammt. Mich würde einfach mal interessieren, wie sie den Sound ihrer Platten live umsetzen. Und ob ich dann auch meinen Kopf in die Bass Drum rammen will.


























12. Dezember - The Raveonettes im Bi Nuu, Berlin

Über diese Band habe ich hier schon überdurchschnittlich oft geschrieben. Deshalb nur so viel: Sie führen meine Lastfm-Playlist an. Beim letzten Date haben sie mich versetzt. Sie haben nicht ein beschissenes Lied.




























All pictures via Last.fm

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