8/09/2012

Nachhaltigkeit: Grüne Mode auf der Berlin Fashion Week.

Eco Fashion auf dem Lavera Showfloor (Foto: Hardy Berthold)
























Natürlich will ich die Welt verändern. Ich will Deine Welt verändern. Meine Welt. Unsere. Der Grund, warum ich jeden Morgen die Augen aufmache. Es gibt viele Dinge, die mir nicht gefallen. Ich liebe Mode und werde nie müde mich damit zu beschäftigen. Aber es gibt etwas, das kann ich langsam nicht mehr ertragen. Klamotten vom Discounter.

Natürlich ist mein Schrank voll davon. Früher habe ich über die damit verbundene Problematik einfach nicht nachgedacht. Man muß sich ein Gebiet ja auch erst erobern. Aber je mehr ich mich mit Kleidung beschäftige, umso mehr verachte ich die Fetzen, in denen ich rumlaufe. "Kleine Kinderhände nähen schöne Schuhe, doch meine neuen Sneakers sind leider geil." Ja, genau. Das stört mich.

Ich will, daß Erwachsene meine Kleider herstellen, dafür vernünftig bezahlt werden und sich dabei keinem unnötigen Gesundheitsrisiko aussetzen müssen. Euren Billigramsch könnt ihr behalten. Ich will das nicht mehr. Es geht anders. Aber man muß wissen wie. Man muß wissen wo man suchen muß. Ich bin Jäger und Sammler, mir macht das Spaß. Doch ich weiß, daß ist nicht Dein Fall. Und das ist ok. Jeder hat ein anderes Spezialgebiet. Deshalb mache ich die Arbeit für Dich. 

Ein Teil der Öko-Mode sieht schon lange nicht mehr so aus, wie sie klingt. "Ist aber verdammt teuer." Jein. So billig wie ein H&M-Lappen ist nachhaltig produzierte Kleidung allerdings nicht, das ist klar. An dieser Stelle solltest Du trotzdem weiterlesen, auch wenn es für Dich keinen Unterschied macht, ob Du Dir 10 Taschen für je 50€ kaufst oder eine für 500€, weil Du wie ich keine 500€ hast. Auch nicht wenn Du lange sparst.

Ich möchte nicht, daß Du Dich schlecht fühlst. Oder denkst, das Thema wär nur was für reiche Hippies. (Es ist auch was für reiche Punks, ha!) Im Ernst, ich möchte einfach nur, daß Du Bescheid weißt. Um den Preis für ein Kleidungsstück beurteilen zu können, muß man wissen wie er sich zusammensetzt. Dafür gibt es eine geniale Webseite. 

Honest by. www.honestby.com

Der belgische Designer Bruno Pieters hat die Plattform 2012 gegründet, nachdem er auf einer Indienreise mit den Produktionsbedingungen unserer Wegwerf-Klamotten konfrontiert wurde. Auf Honest by wird nachhaltig produzierte Mode verkauft und das Besondere: Das Unternehmen ist 100% transparent. 

Das heißt, Du erfährst wirklich alles über Deinen neuen Pullover. Wo kommt die Wolle her, wer hat den Faden gesponnen, wer gestrickt, wer gefärbt. Wie lange hat der Designer für die Entwicklung des Schnitts gebraucht, wieviele Anproben waren nötig. Für Dich wahrscheinlich am Interessantesten: Wie setzt sich der Preis von 172€ für ein Jersey-Shirt zusammen? Es wird Dir bis auf vier Stellen nach dem Komma genau ausgerechnet.

Wenn ich mir diese Preiskalkulation anschaue, schäme ich mich dafür H&M, Mango, Zara und Topshop zu tragen. Es muß unmöglich sein, Kleidung zu deren Preisen herzustellen. Allerdings handelt es sich bei Honest by um sehr begrenzte Stückzahlen.

Es wäre einfach interessant zu wissen, wie genau die Preiskalkulation für ein ähnliches Stück bei H&M aussieht. Oder bei großen Designerlabels wie z.B. Marc Jacobs, der bekanntlich auch in China fertigen läßt.



Das Thema grüne Mode hat mittlerweile auch die Fashion Weeks erreicht. Unter der Aufsicht von IMG gab es im Juli den Green Showroom mit dazugehöriger Ethical Fashion Show. Doch auch außerhalb der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin wird nachhaltig produzierte Kleidung gezeigt. 

Seit mehreren Saisons ist der Lavera Showfloor the place to be. Hier präsentieren sich vor allem junge Designer, die sich eine Show im Zelt nicht leisten können/wollen. Die Kollektionen werden unter nachhaltigen und ökologisch sinnvollen Bedingungen produziert, weshalb es sehr schade ist, daß diese Shows in der offiziellen Berichterstattung kaum Beachtung finden. 

Ich habe mir acht Kollektionen angeschaut und von gruselig bis wunderbar war alles dabei. Auf dem Bild oben siehst Du Looks von zwei Shows, die mich wirklich begeistert haben. Esther Perbandt und Isabell de Hillerin haben fantastische Entwürfe abgeliefert und ich bin gewillt, in Zukunft dort zu kaufen. Das es nicht billig wird ist klar. Aber das motiviert mich. Ich investiere gern. In die richtigen Dinge.



Viele Infos und News zu nachhaltiger Mode findest Du auf www.designmob.de

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