7/18/2012

Reise: Schlaflose Nacht in Pisa.

Pisa, Italien




















Wer an Pisa denkt, hat autoamtisch das Bild vom Schiefen Turm im Kopf. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern wie es dazu kam, aber schon als Kind war mir dieses Bauwerk ein Begriff. Es ist mittlerweile eine Art geflügeltes Wort, oder? "Das sieht ja aus wie der Schiefe Turm von Pisa!" Hm, schimpft sich ganz gut.

Am vierten Tag meines Italien-Kurztrips stand nun besagte Stadt auf dem Programm. Am Vormittag ging es ganz gemütlich (und preiswert!) mit dem Zug von Florenz in Richtung Küste. Da war noch alles gut. Ich belauschte zwei britische Mädchen, die von Eltern/Familien-Problemen geplagt wurden und freute mich über ihre Aussprache. Ich könnte da ewig zuhören.

Am Bahnhof in Pisa angekommen, war es noch relativ einfach ein Busticket zu bekommen. Aber dann machten sich Schwächen in meiner Organisation bemerkbar.

Irgendwie hatte ich Pisa nur als Randnotiz der Unternehmung "Italien" eingestuft und es deshalb versäumt einen Stadtplan zu besorgen oder wenigstens zuvor Google Maps zu bemühen um den genauen Standpunkt des Hostels auszumachen. Was blieb war der Ausdruck der Reservierung, auf dem zwar der Weg zur Unterkunft beschrieben wurde, allerdings war es vor Ort unmöglich sich damit zu orientieren.

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Wir sollten vom Bahnhof aus den LAM ROSSA Bus in Richtung TORRE nehmen und an der Piazza dei Miracoli aussteigen (kein Witz! zu deutsch übrigens "Platz der Wunder"). "Lam Rossa" hieß nichts weiter als "rote Linie". Es gibt dann in Pisa noch die blaue und die grüne Linie - wenn ich das richtig erinnere. Nun waren da drei Haltestellen für die rote Linie und nachdem es unmöglich war einen Busfahrer zu befragen und ich mit dummem Gesicht zwischen allen hin und her gerannt war, erbarmte sich ein älterer Mann mir zu helfen. Allerdings verstand er kein Englisch und ich brauchte eine Ewigkeit um zu kapieren, was er meinte.

An der vermeintlich richtigen Bushaltestelle angekommen, gefiel es mir gar nicht, daß auf der Route nirgends von Piazza dei Miracoli die Rede war. Busfahrer befragt. "Ja, ja, ich fahr dahin." Mittlerweile waren weit über 30°C, der Linienbus war knackvoll, ich konnte mein Gepäck kaum noch festhalten. Führt zu: Ich war extrem genervt. "Ah, Torre. Da werden alle aussteigen." Cool. Moment, auf dem Zettel steht, daß dieses Hostel genau neben dem Turm ist, warum müssen wir dann weiterfahren? Fragst Du nochmal? "Wir hätten an der letzten Haltestelle aussteigen müssen." Gehirn aus. Sicherung durchgebrannt. Ich kann das nicht mehr tragen. Ich will das nicht mehr denken. Warum frag ich drei Mal, wenn es dann doch nichts bringt?! Warum stehen auf dieser Beschreibung irgendwelche Haltestellen, die es gar nicht gibt?! Heiß, heiß, heiß. Totale Überlastung.

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

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So I went a bit hysteric. Also mit dem Gepäck zurücklaufen, die Show muß schließlich weitergehen. Zwischen Touristenmassen hindurch, über glühenden Asphalt, dritte Straße rechts. Da ist es. Endlich! An der Tür ein Schild, daß man sich den Schlüssel bitte in einem anderen Hotel abholen soll. Ich bin kurz vorm Schreien. Darf aber im Schatten warten. Zimmer 28 befindet sich natürlich ganz oben, im fünften Stock, direkt unterm Dach. 

Ich kriege kaum noch Luft und liege die nächsten zwei Stunden mit nassen Taschentüchern bedeckt im Dunkeln. Hier gibt es keine Klimaanlage, dafür einen Deckenventilator. Aber der ist kaputt. Der Ersatz produziert außer verläßlichem Quietschen leider kaum Erfrischung. "Du siehst aber gar nicht gut aus. Ganz weiß." Ähm ja, mir geht's auch gar nicht gut. Vermutlich hab ich einen Sonnenstich. Die Busfahrt am Tag zuvor war einfach zu heftig.

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Am Nachmittag bin ich wieder hergestellt und bereit für die Sehenswürdigkeiten von Pisa. Dazu gehören für mich auch die Touristen, die alle dieses eine Foto nachstellen. Er scheint immer noch genügend Leute zu geben, die das lustig finden. Ich zeige mich mal wieder beeindruckt von der italienischen Baukunst. Der Dom Santa Maria Assunte erstrahlt in voller Schönheit. Menschenmassen werden durchgeschleust. Vor allem unwillige Schulklassen. Ein Vater schulmeistert seine Kinder nach einem gehetzten Vortrag über die Fassade des Doms: "Ihr müßt schon auch hingucken!" Die Kids tun mir leid. Ich bin kurz davor den Vater zu schulmeistern. "Sie müssen das schon spannend erzählen, wenn sie wollen, daß Ihnen jemand zuhört!"

Wir treten die Flucht an und laufen planlos durch die Gassen. Pisa ist eine nieldiche kleine Stadt mit Universität. Ein paar Studenten mit Antifa-Anliegen sorgen für die nötige Subversivität. Das Eis schmeckt und die Omas auf der Bank neben uns haben was zu lästern. 

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Ähnlich wie in Florenz kommen wir am Abend wieder beim Dom an. Die Marktstände haben endlich geschlossen, die Besucher sind in ihren Hotels verschwunden oder sitzen in den süßen Restaurants und warten auf den Anpfiff des Fußballspiels Deutschland gegen Italien. Mir könnte nichts egaler sein. In der Nacht schießt "Super Mario" die Italiener zum Sieg. Wir hören es am Gehupe der Motorroller, die Freudenschreie erldedigen den Rest. Unterm Dach ist es natürlich immer noch so heiß wie in einem Hip Hop-Video. Klamotten ausziehen hilft nicht. Obwohl wir im Dunkeln hocken, haben Horden von Mücken unsere Spur aufgenommen. Die Einstichstellen sehe ich heute noch.

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

Pisa, Italien

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Pisa, Italien

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1 comment:

  1. schöne Stadt, was kann ich sagen. die schöne Architektur ist wunderschön

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