2/12/2012

Ausstellung: Inwards and Onwards by Anton Corbijn.


















Confusion in her eyes that says it all. She's lost control. And she's clinging to the nearest passerby. She's lost control. And she gave away the secrets of her past. Ans said I've lost control again. And of a voice that told her when and where to act. She said I've lost control again.

Er hatte sie alle: Von Depeche Mode und U2 bis hin zu Alexander McQueen, Damien Hirst oder Lucian Freud. Grobkörnige Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind das Metier von Anton Corbijn und es gibt kaum eine erfolgreiche Rockband, mit der er noch nicht zusammengearbeitet hat. In seinem aktuellen Projekt 'Inwards and Onwards' beschäftigt sich der niederländische Starfotograf mit Künstlern, die ihn inspirieren und versucht gleichzeitig deren kreativen Schaffensprozeß einzufangen.

Bei schummerigem Licht und mit entsprechend düsterer Hintergrundmusik werden die überlebensgroßen Porträts seit dem 14. Januar im Fotografiemuseum Stockholm gezeigt. Neben ungewöhnlichen Aufnahmen von PJ Harvey, Marlene Dumas oder Iggy Pop (als nackte Elfe im Unterholz) werden auch zahlreiche Stills seiner beiden Filme 'Control' und 'The American' gezeigt. 

Zwei ältere Frauen stehen vor einem Bild der Band Arcade Fire und fragen sich, wer diese Gestalten sind, die da durch so trostloses Land ziehen. Auch Anthony Kiedis mit Schnorchel und Taucherbrille sorgt für Gesprächsstoff. Wenn man lange genug auf ein Foto starrt, erzählt es irgendwann etwas über den Tod. Nicht unbedingt etwas trauriges. Manchmal scheint es einfach als hätte Corbijn wirklich die Gabe, die Seele bzw. das Wesen eines Menschen einzufangen. Man spürt in seinen Aufnahmen gleichzeitig Präsenz und Verzweiflung. Kalte Schauer kriechen mir über den Rücken. Wenn man nicht aufpaßt, wird man sanft in ein finsteres Loch gezogen.




























Ein ausführliches, sehr interessantes Interview mit Corbijn findet ihr beim British Journal of Photography. Unter der Überschrift 'Shadowplay' wird nicht nur seine Arbeitsweise mit der analogen Kameratechnik thematisiert, sondern auch intensiv über die Entstehung seiner Filme gesprochen. Als 'Control' rauskam, habe ich irgendwo gelesen, daß er freiwillig wieder in die Niederlande zurückgegangen sei, nachdem er seit 1979 in Großbritannien gelebt hatte. In dem Bericht hieß es, er habe nun mit Joy Division abgeschlossen, wegen denen er ursprünglich nach UK ging. Im oben verlinkten Interview bekommt diese Geschichte aber noch einen anderen Twist: Tatsächlich hat er wohl mehrere Millionen € in die Produktion von 'Control' gesteckt und mußte deshalb sein Haus in England verkaufen! Der Mann MUSS wahnsinnig sein.

Abschließend noch einige seiner wahnsinnig guten Arbeiten:









2007 erschien der Film 'Control', ein Biopic über Ian Curtis. In unglaublich tristen Bildern erzählt Corbijn das kurze Leben des Leadsängers der Post Punk-Band Joy Division. Zerrissen zwischen Ehefrau und Freundin, geplagt von epileptischen Anfällen, Selbszweifeln und Angstzuständen nahm sich Curtis 1980 schließlich das Leben. Diesen Film sollte man nicht alleine schauen. So fucking depressing.
Die beiden Hauptdarsteller Sam Riley und Alexandra Maria Lara (sie spielt die belgische Journalistin) haben nach den Dreharbeiten übrigens geheiratet und leben laut Wiki in Berlin.





Adresse:

Fotografiska
Stadsgårdshamnen 22
116 45 Stockholm, SWE

Anton Corbijn - Inwards and Onwards ist noch bis zum 15. April 2012 in Stockholm zu sehen.

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