1/12/2012

Ausstellung: World Press Photo 2011.

Foto: Thomas P. Peschak



















Ein Jugendlicher macht mit seinem billigen Handy ein Foto von sich. Er will es später bei Facebook einstellen. Hinter ihm ein Plakat des verstorbenen Grunge-Messias Kurt Cobain, der mit seinen weltberühmten traurigen Augen ins Leere starrt.

Ein Stier durchbohrt mit seinem Horn das Gesicht eines Matadors. Verdient hat er es. Mit durchstochener Zunge und gebrochenem Kiefer wird der Mann ins Krankenhaus eingeliefert - und überlebt. Er hat nichts besseres zu tun als wieder an Stierkämpfen teilzunehmen.

Wrestling war für viele Ostkinder in den 90ern eine faszinierende Sportart mit eigenwilligen Stars wie Hulk Hogan oder dem Undertaker. Heute sind diese Veranstaltungen als durchsichtige, gescriptete Handlungen erkennbar und begeistern meist nur noch kleine Kinder oder dicke Amerikaner. In Bolivien ist das sogenannte Freistilringen allerdings zum beliebten Zeitvertreib der Cholitas avanciert. Das sieht dann aus als würde sich die eigene Oma in ihren schönsten Röcken auf die unliebsame Nachbarin stürzen - mit einem fetten Grinsen im Gesicht. Da Bolivien anders ist als andere Länder gibt es dort sogar Schauvorführungen für wohltätige Zwecke auf Schulhöfen. Öffentlichen Ringkämpfe als Mittel gegen Maschendraht-Gezicke.

Schon mal von "Narco Cinema" gehört? Das ist ein spezielles B-Movie-Genre aus Mexiko. Die Filme über das spannende Leben eines Drogenbarons sind aber auch in den USA der Hit. Verherrlichung eines tödlichen Lebensstils als Kulturgut. Die Fotos der Opfer von Drogenbanden-Krigen stehen gleich daneben. Irgendwie haben sie da den Glamour schon abgekratzt.

Irgendwann wird mir das alles zu viel und als ich das Mädchen sehe, daß auch 40 Jahre später noch an Folgen von Agent Orange leidet, muß ich heulen. Scheiß Agent Orange. Scheiß Amerika. Scheiß Krieg. Scheiß Welt.

Foto: Wolfram Hahn

Foto: Gustavo Guevas

Foto: Daniele Tamagni

Foto: Daniele Tamagni

Foto: Amit Sha'al

Foto: Fabio Cuttica

Foto: Marco Di Lauro

Foto: Thomas P. Peschak








































































































































Ich "freue" mich schon auf die Runde mit Fukushima und den London Riots...

World Press Photo 2011 im Untergeschoß des Leipziger Hauptbahnhofs ist noch bis zum 29. Januar 2012 zu sehen.

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