9/23/2011

Innenansichten: Tatort Leipzig.


















Am Freitag habe ich einen Job. Mein erster. Dienstag 17 Uhr ruft der Kunde an und teilt mir die Details mit. Für wieviele Stunden er wieviel zahlt, wo wir uns treffen, was ich mitbringen soll, ob ich wirklich so aussehe wie auf dem Foto. Ich hätte ihn „sehr inspiriert“. Zum Schluß des Gesprächs gibt er mir seine Handy-Nummer. Falls ich noch weitere Fragen habe. Wer unter Drogeneinfluß erscheint wird ohne Bezahlung wieder nach Hause geschickt; steht in der Anzeige. Sozialversicherungsnummer und Studienbescheinigung nicht vergessen. Am Mittwoch werde ich einen weiteren Anruf erhalten.

9/20/2011

Review: Craig Thompsons Habibi

7 Jahre harte Arbeit zwischen zwei Buchdeckeln: Habibi

















Craig Thompson ist der Harvey-, Eisner- und Ignatz-Award prämierte Autor und Zeichner der 2003 erschienenen Graphic Novel 'Blankets'. Und Blankets war seinerzeit ein Meilenstein in Sachen Comicbuch, da die stille, introvertierte Autobiographie einer ersten Liebe nicht nur bestechend schön illustriert war, sie war auch noch schmerzlich gut geschrieben. Wäre der Begriff 'Magnum Opus' bisher noch nicht geprägt worden ... Craig Thompsons neuestes Werk 'Habibi' wäre ein guter Grund, das jetzt endlich zu tun, denn es ist 'magnum' ... und 'opus' sowieso. Heute erschien das Buch weltweit und somit auch in Deutschland (hier bei Reprodukt). 

9/18/2011

New York Fashion Week SS12: Meine persönliche Auswahl - Teil 2.



































Das virtuelle Einkaufsspiel geht weiter. Obwohl ich mittlerweile komplett dem Zauber der britischen Entwürfe erlegen bin (Livestream sei Dank) und mich kaum noch vom Laptop lösen kann, hier noch meine Auswahl von New York. Alles recht zahm, aber Imitation of Christ und Prabal Gurung konnten mich echt begeistern.

9/17/2011

New York Fashion Week SS12: Meine persönliche Auswahl - Teil 1.



Während die Augen der Modewelt im Moment auf London gerichtet sind, habe ich mir gestern Abend Zeit genommen, um die kurz zuvor in New York gezeigten Kleidungsstücke durchzugehen (eine zeitraubende Aufgabe; ich habe mich durch etwa 140 Shows geklickt). Dank des Relaunch funktioniert das auf Vogue.de ganz hervorragend und ich empfehle dort vorbeizuschauen, wenn euch hier etwas gefällt und ihr die gesamte Kollektion des jeweiligen Designers sehen möchtet. Zu einigen Schauen gibt es zusätzlich Backstage- & Front Row-Bilder, außerdem Close Ups.

Die auf Vogue.de gezeigten Fotos dokumentieren natürlich nur einen Teil der Veranstaltung, für die London Fashion Week werde ich auf andere Quellen zurückgreifen, denn die zahlreichen Nebenveranstaltungen sind mindestens genauso interessant wie die Präsentationen im Sommerset House.

9/16/2011

Downer of the day: The Raveonettes sagen Konzerte ab.


















Seit Erscheinen der ersten EP "Whip It On" bin ich riesiger Raveonettes-Fan, hab es aber bisher nie zu einem Konzert der Band geschafft. Daran wird sich so schnell auch nichts ändern, denn über Facebook erreichte mich gerade folgende, traurige Nachricht:


9/14/2011

Inspiration No. 14.



































Auf meine Selbstbetrachtungen im Supremebeing-Post kam die Antwort, daß ich wieder diese kleinen Collagen posten soll. Seit etwa 15 Jahren ist "Ausschneiden" eine meiner Lieblingsbeschäftigungen (wenn ihr also ausgelesene Zeitungen mit vielen Bildern drin loswerden wollt, schickt mir eine Mail) und neben einem unberührten Archiv zu vieler Zeitschriften verfüge ich mittlerweile auch über mehrere Kilo "Grattings" (das ist ein Kunstwort zusammengesetzt aus Grande und Cuttings, es bezeichnet die von mir ausgeschnittenen Bildchen). Ich hab aufgehört die Bilder zu posten, weil sie mir zu langweilig waren. So lange wie ich schon profesionell ausschneide überlege ich, was der beste Verwendungszweck für die Schnipsel ist. Offensichtlich läßt das Ergebnis noch auf sich warten, aber ich hatte da neulich mal eine Idee wie man sie wenigstens etwas cleverer im Internet präsentieren kann. Bis ich das in die Tat umgesetzt hab, müßt ihr euch eben die letzten 5 verbleibenden, vollkommen unwillkürlich angeordneten und eingescannten Bilder anschauen.

9/12/2011

Innenansichten: Das Leipziger Stadtbad.























Die Freibäder schließen, das alte Stadtbad macht auf. Leider nur für einen Tag. Gestern bot sich zum Tag des offenen Denkmals wieder die Gelegenheit das alte Leipziger Stadtbad von innen zu besichtigen. Ich habe schon so viele Bilder davon gesehen, daß ich mir einiges davon versprach. Die Erwartungen wurden teils erfüllt, teils enttäuscht.

Es ist bekannt, daß sich das Gebäude in einem schlechten, baufälligen Zustand befindet. Die Dreiflügelanlage war 1916 eröffnet worden und imponierte den Badegästen bereits damals durch ihre Monumentalität und Weitläufigkeit. Die Einrichtung verfügte über verschiedene Sauen sowie eine Männerschwimmhalle mit Wellenanlage. Ganz im Zeichen der Gesundheit hielt das Stadtbad neben Wohlfühlbereichen auch medizinisch-therapeutische Angebote für die Besucher bereit.

9/11/2011

Innenansichten: Welcome to the Opera!























Der Saisonstart wurde an diesem Wochenende von der Oper Leipzig mit einem Tag der offenen Tür eingeleitet. Endlich mal eine gute Gelegenheit, überall herumzuschnüffeln und sich das Opernhaus ausgiebig von innen anzuschauen.

Nach Venedig und Hamburg ist Leipzig der drittälteste Standort der Opernpflege in Europa, das Gebäude stammt aber natürlich nicht aus dem Jahr 1693. Nachdem das Neue Theater im Zweiten Weltkrieg zerstört worden war, errichtete man zwischen 1956 und 1960 ein neues Bauwerk im Stil des Spätklassizismus (sagt Wikipedia) - angeblich der größte, repräsentativste und modernste Theaterbau der DDR. Auf einer Webseite fand ich auch die Bemerkung, daß die mittlerweile denkmalgeschützte Oper durch "die Reinheit des Stils der späten 50er Jahre eine sehenswerte bauhistorische Rarität" darstellt.

9/07/2011

Ästhetik im Alltag: Sommer in der Provinz.























Um das Sommerloch zu füllen wurde sich in den vergangenen Wochen allerorten über zu viel Regen und zu wenig Sonnenschein mokiert. Wer es sich leisten konnte, versuchte bei Mittelmeer- oder Südseeurlauben  der drögen Stimmung zu entkommen. Mit solchen aufregenden Bildern kann ich zwar nicht dienen, aber das deutsche Niemandsland birgt auch hübsche Ecken. Während ich meine Diplomarbeit fertiggestellt habe, zog ich mich für zwei Wochen auf's Land zu meiner Schwester zurück. Obwohl ich dort wirklich jede Ecke in und auswendig kenne, ist es eine echt nette Abwechslung abends mit dem Hund spazieren zu gehen.

9/03/2011

Ausstellung: Mode in der DDR zwischen Traum und Wirklichkeit.























Seit knapp zwei Wochen wird im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig eine Ausstellung zu einem meiner Lieblingsthemen gezeigt: DDR-Mode. "Urks, geblümte Kittelschürzen" denkt ihr jetzt vielleicht. Ist natürlich Quatsch. Als Ex-Sängerin einer deutschsprachigen Band mit großem Interesse an Jugend- und Subkulturen beschäftige ich mich seit einiger Zeit mit den kulturellen Besonderheiten der "Ostzone". Besonders genial finde ich dabei, wie die Leute aus der (sprichwörtlichen) Not eine Tugend gemacht haben und ihre Kreativität auf ganz spezielle Weise gefragt war. Das geht los bei DDR-Lyrik, die teilweise so geschrieben war, daß der Staat die kritisierende Message nicht entziffern konnte oder sie zwar gelesen hat, sie aber so versteckt in cleveren Metaphern geäußert wurde, daß man nicht dagegen vorgehen konnte. Mode jenseits des Kapitalismus und der vermeintlichen Selbstbestimmung scheint beim ersten Gedanken langweilig, kann aber neben den unvermeidlichen Lachnummern durch großen Einfallsreichtum begeistern.

Google