10/20/2011

Musikvideo: Rihanna - "We found love".




















Unter den Hupfdohlen der Popmusik habe ich schon lange einen Softspot für Rihanna. Nicht unbedingt wegen ihrer Musik (obwohl ich ihre Stimme bei Studioaufnahmen echt toll finde und sie im Radio auch sofort wiedererkenne), sondern viel mehr wegen der Themen mit denen sie sich speziell in ihren Videos beschäftigt.

Als das Video für "S&M" rauskam, schrieb ein Mädel in einem Forum: "Früher gefiel sie mir besser, jetzt ist Rihanna so hart" - und genau diese Hardcore-Attitüde liebe ich an ihr. Man kann jetzt darüber spekulieren inwiefern es da Zusammenhänge mit der Chris-Brown-Prügelattacke gibt. Fest steht aber, daß ihre Texte und Videos seitdem brutaler geworden sind. Interessant ist auch der Fakt, daß ihr von verschiedenen Organisationen immer wieder vorgeworfen wird, in ihren Videos häusliche Gewalt zu propagieren, wo sie als Opfer doch genau wissen müßte, wie schlimm das ist. Ich finde es gerade bewunderswert, daß sie sich von der Öffentlichkeit nicht in die Opferrolle drängen läßt. Statt traurig durch Talkshows zu tingeln, leht sich den Job als Rolemodel konsequent ab und nutz eben ihre Songs um mit dem Leben umzugehen.

Im Gegensatz zu den künstlichen Welten von Lady Gaga, trifft Rihanna bei mir den emotionalen Nerv. Sie hat diesen Funken, der sie extra sexy macht. Diese junge Frau aus Barbados versteht es nämlich vorzüglich selbst in Unterwäsche und zu Partymusik tough, aber gleichzeitig sehr verletzt zu wirken. Man spürt, daß es da Abgründe gibt und die Grenzen zwischen Vergänglichkeit und Lebensfreude häufig verschwimmen. Vielleicht entsteht diese besondere Spannung auch aus dem Umstand heraus, schlechte Erfahrungen gemacht, aber diese auch überlebt zu haben und sich fremder Gewalt nicht zu ergeben.

Das neue Video zu "We found love" hab ich gestern Nacht gesehen und seitdem läßt es mich nicht mehr los. Wenn man den Song im Radio hört, klingt das zwar wie der x-te Ibiza-Hit, aber zusammen mit den bewegten Bildern werden bei mir automatisch Trainspotting-Assoziationen wach. Die triste Stimmung trotz ausgelassener Partybilder wirkt wie ein Trailer für ein britisches Jugend-Drogen-Sozial-Drama. Man fühlt, daß hier von allem zu viel ist. Zu viel Leidenschaft, zu viel Party, zu viel Alkohol, zu viele Drogen, zu viele Gefühle, die betäubt werden müssen, weil es zu viel gibt, mit dem man nicht klarkommt. So eine diffuse Sadness.


Rihanna feat. Calvin Harris -- We Found Love - MyVideo

Am 5.11. tritt Rihanna in der Arena in Leipzig auf, das Konzert ist allerdings bereits ausverkauft.

3 comments:

  1. tolle bilder, tolle stimmung!

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  2. Danke für die netten Kommentare. Hab das Video gerade zum ersten Mal im TV gesehen, da wirkt es wirklich noch besser.

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