10/19/2011

Interview: Designers' Open 2011.

Die Initiatoren der Designers' Open: Jan Hartmann & Andreas Neubert


















Ende Oktober findet endlich wieder Leipzigs innovativste Kunstveranstaltung Designers' Open statt. Im letzten Jahr habe ich sehr intensiv darüber berichtet und freue mich nun schon seit einigen Wochen darauf, zahlreiche neue Designideen zu begutachten. Letzten Monat hatte ich die Möglichkeit einen der Initiatoren, Jan Hartmann, vorab zur Entwicklung und den Highlights des Festivals zu befragen:


Welche Zielstellung verfolgt die Designers' Open 2011?

Die Designers` Open 2011 bietet eine ausgewogene Mischung aus Designmesse für Kunden und Händler und einem vielseitigen und interessanten Rahmenprogramm für die drei Tage und zwei Nächte am letzten Oktoberwochenende. Die im vergangenen Jahr begonnene Trennung der Messe in die beiden Bereiche DO/Market und DO/Industry wird weiter profiliert: DO/Market verkauft Interieur-, Produkt- und Modedesign; DO/Industry wendet sich an Fachbesucher und verbindet die Wirtschaft mit Designern.


Was ist bei der Auswahl der Aussteller wichtig? Welche liegen Ihnen
besonders am Herzen bzw. auf welche sind Sie besonders stolz?

Bei der Auswahl der Aussteller ist uns besonders wichtig, dass wir ihre Professionalität und Ernsthaftigkeit spüren; die Qualität der Arbeit muss uns sowohl gestalterisch, als auch bei der Umsetzung überzeugen. Wichtig ist uns auch, dass wir eine Balance in den einzelnen Designdisziplinen auf der Messe finden: Interieur-, Mode- und Produktdesign soll im DO/Market zu ungefähr gleichen Teilen vertreten sein. 
 
Im DO/Industry Bereich interessiert uns auch der experimentelle Moment; das ausprobieren von Produktentwicklungen mithilfe neuer oder auch alter Materialien. Hier konnten wir in der Vorauswahl fantastische Arbeiten sichten und freuen uns auf ihre Präsentation auf der Messe. 

Aussteller: Die Fabrik

 
















In diesem Jahr wird die Designers' Open mit der Fashion Show "Walk on Air" eröffnet. Was erwartet die Zuschauer? Wie kam es zu der Idee? Welche Kriterien waren entscheidend bei der Auswahl der Modelabels? Worin liegt der Reiz einer solchen Präsentation?

Übersetzt heißt „Walk on Air“ – Hochgefühl. Und genau damit wollen wir in diesem Jahr zum dritten Mal die Designers` Open mit einer außergewöhnlichen und glanzvollen Fashionshow eröffnen. Die Profitänzerin und Leiterin des Internationalen Choreografischen Zentrums Leipzig Montserrat Leon wird zusammen mit Tänzern des Spinnerei Balletts und fünf exclusiven, internationalen Modedesignern, Kleider, Körper und Räume inszenieren und die Grenzen zwischen Kunst und Design ausloten. 

Musikalisch begleitet wird die Show vom Komponisten Stephan König. Für die Auswahl der fünf internationalen Modelabels haben wir uns in diesem Jahr von Experten aus der Fashionszene beraten lassen. Und für uns liegt der Reiz mit dem „Walk on Air“ darin, dass wir eine sehr besondere Eröffnung für die Designers` Open schaffen wollten, die die Besucher erfreut und sie mit einem Hochgefühl nach Hause gehen lässt und die natürlich auch neugierig macht, auf die Messe und ihre zahlreichen Begleitveranstaltungen.

Walk on Air: Montserrat Leon


















Auch 2011 wird die Teilung zwischen DO/Market & DO/Industry fortgeführt. Welchen Vorteil hat diese Trennung?

Sowohl wir als Messemacher, als auch die 160 Aussteller aus zehn Ländern können ihre Zielgruppen genauer ansprechen. Im DO/Market Bereich wenden sich die Designer an Kunden, die auf der Suche nach einem neuen Möbel, einer Leuchte, einem Modeacessoires oder einer Bekleidung sind. 
 
Im DO/Industry Bereich konnten wir erstmals in diesem Jahr mit unserem Thema „smart materials – new design“, womit wir „intelligente Materialien“ meinen, direkt die Designer, Entwickler, Forschungsinstitute und Unternehmen ansprechen, die sich mit neuen Technologien, Materialentwicklungen und Konstruktionen beschäftigen.

Diese Mischung macht die Designers` Open einzigartig. So können sich auch Designliebhaber über den aktuellen Stand der Materialforschung informieren und sehen, an welchen Produkten für die Zukunft gearbeitet wird. 


Was hat es mit den Neuerungen im Bereich DO/Industry auf sich (Stichwort: smart materials - new design)? Gibt es noch weitere Veränderungen?

Wir haben DO/Industry in diesem Jahr nahezu neu erfunden: Es gibt zum ersten Mal das bereits genannte Thema „smart materials – new design“, außerdem eine begleitende Konferenz am Freitag, den 28. Oktober mit den Schwerpunkten Leichtbau in der Architektur, technische Funktionstextilien sowie organische und gedruckte Elektronik. In einer kuratierten Sonderausstellung zeigen Unternehmen und Forschungsinstitute den Besuchern der Designers` Open neue Materialien und technische Verfahren und gewähren Einblick in ihre Arbeiten. Anwendungen, Prototypen und serienreife Produkte von Designern zeigt der Messebereich DO/Industry. 

Aussteller: Jakob Schenk
 

 















Die Designers Open 2011 steht unter der Schirmherrschaft des sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich. Welche Unterstützung bekommt das Festival von dieser Seite? 

Die Schirmherrschaft in diesem Jahr werten wir als unterstützendes Zeichen für unsere Arbeit für die Designbranche. Leider geht die ideelle Unterstützung noch nicht mit einer finanziellen einher.


Das Festival ist mittlerweile zum größten Design-Forum Mitteldeutschlands geworden. Wie wichtig ist der Standort Leipzig in diesem Zusammenhang?

Der Standort hat für uns sowohl Vor-, als auch Nachteile. Geografisch gesehen ist Leipzig sehr gut verortet und auch die Historie als alte, gewachsene Handelsmetropole ist perfekt. Die Menschen hier sind in einer weltoffenen Messestadt groß geworden und kennen diesen „Rummel“. Zudem sind sie unermüdlich neugierig auf neue Produkte und Angebote. Dennoch stellen wir nach fast sieben Jahren fest, dass unsere Entwicklung in anderen Landesteilen sicher schneller vorangegangen wäre. Das liegt aus unserer Sicht auch an der Prioritätensetzung politischer Instanzen und potentieller Partner und Unterstützer.

Festivalgelände, Foto: Jan Hartmann

 















Warum findet die Designers' Open 2011 auf dem Gelände der Spinnerei Leipzig statt? Gehört der jährliche Locationwechsel zum Konzept?

In der Innenstadt war in diesem Jahr kein Raum in unserer notwendigen Größe verfügbar. Zudem kam das Angebot direkt vom Geschäftsführer der Baumwollspinnerei, Herrn Schulze, doch die DO2011 auf seinem Gelände zu veranstalten. 
 
Mittlerweile gehört es zum Konzept der Designers` Open, jedes Jahr an einer anderen Location für drei Tage mit Design zu gastieren. Wir würden aber auch gerne unser Nomadendasein beenden, um Planungssicherheiten zu erhalten und Arbeitsabläufe optimieren zu können.


Welche Zukunftspläne/-wünsche haben Sie für die Designers' Open auf lange Sicht?

Wir präferieren einen festen Standort für die Designers` Open, möchten gerne unsere Aktivitäten über das Jahr hinweg ausweiten und Mitarbeiter fest an uns binden. Und momentan sehnen wir uns sehr nach Arbeitstagen mit acht Stunden und freien Wochenenden.


Vielen Dank für die offenen, ehrlichen Antworten besonders zum Thema Kreativstandort Leipzig!

Mehr zum Programm und der Fashion Show erfahrt ihr hier in den nächsten Tagen. Wer es nicht erwarten kann, klickt auf www.designersopen.de

Bitte beachtet: Anmeldungen für die DO/Conferece und die Workshops sind nur noch bis morgen möglich, mehr Infos dazu hier.

Tickets können online oder an den Tageskassen für 10€ bzw. 8€ (ermäßigt) erworben werden, für die Walk on Air Fashionshow bekommt man noch bis 22.10. Tickets für 25€ per Onlinereservierung, danach müßt ihr 29€ zahlen.

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