9/17/2011

New York Fashion Week SS12: Meine persönliche Auswahl - Teil 1.



Während die Augen der Modewelt im Moment auf London gerichtet sind, habe ich mir gestern Abend Zeit genommen, um die kurz zuvor in New York gezeigten Kleidungsstücke durchzugehen (eine zeitraubende Aufgabe; ich habe mich durch etwa 140 Shows geklickt). Dank des Relaunch funktioniert das auf Vogue.de ganz hervorragend und ich empfehle dort vorbeizuschauen, wenn euch hier etwas gefällt und ihr die gesamte Kollektion des jeweiligen Designers sehen möchtet. Zu einigen Schauen gibt es zusätzlich Backstage- & Front Row-Bilder, außerdem Close Ups.

Die auf Vogue.de gezeigten Fotos dokumentieren natürlich nur einen Teil der Veranstaltung, für die London Fashion Week werde ich auf andere Quellen zurückgreifen, denn die zahlreichen Nebenveranstaltungen sind mindestens genauso interessant wie die Präsentationen im Sommerset House.

Wenn ich ehrlich bin, ist mein Geschmack recht beschränkt. Es gibt gewisse Elemente, wenn man die (richtig, ha!) einsetzt, kriegt man mich immer. Vielleicht sollte ich die mal auf meiner Kontakt-Seite integrieren. Man könnte anders herum aber auch sagen, daß es drei Sachen gibt, die mich überhaupt nicht anmachen: sportlich, praktisch und dieser kommerziell erfolgreiche Minimalismus. Ansonsten seh ich Experimente am liebsten und bekomme gerne Gänsehaut in dem Moment, wo Handwerk zu Kunst wird.

In New York sind diese Momente eher selten, ich empfinde die dort gezeigte Mode größtenteils als absolut kommerziell - und damit meine ich am Kunden orientiert, weshalb sich viele Kollektionen sicher großartig verkaufen werden, mich aber langweilen. Auffällig oft wurde Sportswear und Biker-Chic mit eleganteren Materialien wie Seide kombiniert. Unsere pluralistische Gesellschaft gibt im Gegensatz zu früher nicht mehr einen oder zwei Trends vor, heute existieren viele Ideen friedlich nebeneinander und zugleich, so daß auch bei der Farbauswahl alles vertreten war und es schwierig ist jetzt die "Trendfarbe" zu bestimmen. Aber dieses Trendgequatsche ist eh unerheblich. Ich find Trends immer dann gut, wenn sie meine schon länger etablierten Wünsche bedienen, weil dann das Angebot größer wird. Meist jedoch empfinde ich Trends als störend, weil sie auf dem Höhepunkt ihres Hypes kurzzeitig alles um sich herum verdrängen und so kann man schnell vor dem Problem stehen, daß eine bestimmte Schuhform gerade nicht hergestellt wird, weil das total out ist. Dann wünsche ich mir immer "Klassikgeschäfte", die bestimmte Teile, die sich in den Mode mal etabliert haben, ständig und ausschließlich verkaufen. Damit meine ich kein Vintage, sondern neuproduzierte 60s-Kleidchen etc. Doch zum Glück ist das nur einer meiner dekadenten Gedanken und keine Realität, sonst würde die Welt noch mehr mit nicht benötigten Kleidungsstücken vollgemüllt werden. Ja, so leicht kommt man bei einer Grundsatzdiskussion an...

Zurück zur New York Fashion Week. Was mir dort gefiel: metallische Stoffe und Folienartiges. Davon würde ich gerne mehr sehen, da spricht dann wieder der Glam-Rock-Ästhetik-Punk aus mir.

Die Auswahl der Outfits erfolgte ausschließlich nach meinem Geschmacksempfinden und ist der Tatsache geschuldet, daß ich mir gern einen virtuellen Kleiderschrank vollhänge. Außerdem trainiere ich gerade meine "Des Kaisers neue Kleider"-Fähigkeit, die hilft mir dabei - in der Überzeugung ich trage die abgefahrensten Teile am Leib - in Lumpen durch die Straßen zu stolzieren. Bitte beachtet: Die Reihenfolge ist keine Rangfolge.

Anna Sui




























































Badgley Mischka






































Bebe




































 Betsey Johnson






































Carlos Miele





































Donna Karan



































Francesc by Frank Tell




































Jenny Packham








































Julian Louie




































L'Wren Scott





































Marc Jacobs

Was hat sich der Typ eigentlich bei dem Make-Up gedacht? Die Models sahen so gelblich und verschwitzt aus, als befänden sie sich gerade mitten im Heroin-Entzug. Wenn ich sehe, wie sie mit ihren Hexenarmen und -händen die Handtaschen umkrallen, denke ich unwillkürlich an diesen Kinder-Gruselfilm mit Anjelica Huston aus den 90ern. Dabei finde ich diese Plexiglasfransen extrem toll. Sanftgetönt und hauchzart reflektieren sie das Licht auf wunderbare Weise und verleihen den Kleidern eine lebendige, wellenartige Oberfläche. Auch das grüne Folienkleid wird in den kommenden Editorials fantastisch aussehen. Die Schuhe dagegen überhaupt nicht: Jacobs schickte eine seltsame Mischung aus Cowboy-Stiefel und Stiletto über den Laufsteg, wobei der Schaft dann auch noch durchsichtig war. Diese Schuhe sind in etwa so häßlich die eigenartigen Chuck-Verschnitte mit Pfennigabsatz von Deichmann.


















































Marchesa

















































Naeem Khan





































Oscar de la Renta




































Reed Krakoff



































Theyskens Theory





































Thom Browne
















































Threeasfour




































Alle Fotos via Vogue.de

1 comment:

  1. Also manche Models könnten exakt SO auf einen Zombiewalk gehen und würden nicht auffallen.

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