6/27/2011

Do you like my new Tee?

Pulsars and Dying Stars by Gavon Potenza via Threadless

















Das T-Shirt ist eines der banalsten Kleidungsstücke, dennoch seit jeher allgegenwärtige Projektionsfläche für Statements, Leinwand für sämtlichen Kunstformen der Grafik und sogar Werbeträger. Oder alles in einem. Nur als Beispiel: kaum eine Band kommt ohne mindestens ein Band-T-Shirt im Merchandise-Sortiment aus. Das T-Shirt ist zeitlos, da dezent im Grunddesign und immer ein Verkaufsschlager, da es jeder tragen kann. Und zu guter Letzt, ist das T-Shirt mit verschiedensten Techniken vom Siebdruck bis zum Stencil auch noch sehr leicht bedruckbar.

Und um diese Form der Textilgestaltung, das Shirtdesign, soll es heute mal gehen. Ganz speziell um sogenannte Contestsites, jene speziellen Internetseiten, bei der die Designs nicht von hauseigenen Gestaltern stammen, sondern aus freien Einsendungen aus aller Welt bestehen. Vom Profi über den Hobbygrafiker bis zum absoluten Amateur: Mitmachen darf erst einmal jeder, aber die Kriterien um tatsächlich sein Shirt in den Druck zu kriegen, sind dafür um so härter.

Appetite for Eternia by Joebot via Teefury

Buddha Bot v6.0 by John Sumrow via Teefury




























Qwertee.com zum Beispiel lässt sein Publikum voten, welches Design gedruckt werden soll oder nicht. Shirt.Woot.com hält es mit einem Chartsystem. Bei TeeFury.com wählen die Betreiber der Seite die Designs selbst aus. Die Auswahlkriterien sind natürlich nicht nur die grafische Umsetzung oder die Idee selbst, sondern auch das Verkaufspotential. 

Constant by fftkrazee via Teefury

Darth Lebowski by 6amcrisis via Teefury




































Im Moment geht der Trend (zumindest auf diesen Seiten) immer mehr Richtung Popzitat. Da werden fantasievolle Mashups aus nerdigen Sci-Fi Serien wie Star Trek, Dr. Who oder Firefly kreiert, ALF wieder zum Leben erweckt, Marty McFly zitiert und Darth Vader ächzt sowieso allerorts. Alles eine Frage des Kultfaktors, für eigenständige Kunstwerke ist da nur noch selten Platz. Seiten wie Qwertee, Shirt.Woot oder TeeFury verkaufen ihre Designs je nur für 24 Stunden, danach nie wieder. 

Floatingpoints by greentaylorsimms via Designbyhümans






















Hex on you by Biotwist via Designbyhümans







Deforestation by Rick Crane via Threadless

















Tee today, gone tomorrow, so das Motto von TeeFury. Die Betreiber drucken die Shirts direkt der Nachfrage entsprechend. Demand = Supply, präziser als man es je kalkulieren könnte. Es gibt keinen Verlust, keine Ladenhüter ... höchstens schlechten Umsatz. Und beide Seiten profitieren: Der Vertrieb kommt günstig an eine unerschöpfliche Quelle kreativer, schicker Designs und der Künstler behält sämtliche Rechte an seinem Werk, und erhält zzgl. zu seinem 10% Umsatzanteil noch genug Buzz, um die Designs anschließend in anderen Webstores dauerhaft verkaufen zu können. Win/Win.

The Red by Dina Prasetyawan via Threadless
Wake by Phil Jones via Threadless


































Neben den nerdgefütterten und zitatwütigen Popkulturshirts gibt es aber auch noch die Shirtkünstler, die sich nicht nur auf einen simplen Frontprint beschränken. Diese sind eher auf Seiten wie threadless.com, Design by Humans oder LaFraise zuhause. Die dort angeboteten Shirts zeigen, was mit guten Ideen und grafischem KnowHow alles möglich ist. Alloverprints, detaillierte Muster und clevere Spielereien mit Technik und Textil … und dank solcher Plattformen im Netz sogar kostengünstig produzierbar, weltweit absetzbar und somit zu günstigen Preisen erhältlich. Dem Designer werden sämtlich Schritte nach dem Entwurf aus der Hand genommen, die professionelle Umsetzung wird ohne eigene Investition möglich.

Peach Nouveau by Megan Lara via Teefury

The Whos by Zerobriant via Teefury




























Shirtdesign ist also längst raus aus den Sprühfarben-vernebelten Punkzeiten, und auch kein Spielzeug gelangweilter Topdesigner mehr. Shirtdesign ist eine populäre Kunstform geworden, in der sich begabte Grafiker austoben können. Ob nun als publikumswirksames Popzitat oder doch lieber mit eigener Künstlerhandschrift: Das T-Shirt ist und bleibt Spielwiese für alles mögliche, vom prolligen Spruch bis zur Design-Avantgarde. Und bei einem derartig breit gefächerten Angebot ist eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei. Außer man hasst das T-Shirt an sich. Aber wer würde das schon schaffen?

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