5/22/2011

Magazin: TUSH 02/2011.























Armin Morbach hat es wieder getan. Mit der aktuellen TUSH-Ausgabe legt der Chefredakteur ein komplett von Ellen von Unwerth fotografiertes Heft vor, welches außerdem mit spannenden Artikeln gespickt ist.

So langsam entwickelt sich TUSH wieder zu meinem liebsten Beauty- und Lifestylemagazin. Einen nicht unwesentlichen Anteil daran haben die durchweg brillant produzierten Fotostrecken. Allein beim Betrachten des Covers (es stehen zwei zur Auswahl) muß ich wieder feststellen, das Modefotografie oft die bessere Pornografie ist bzw. die Grenzen immer mehr verwischen.

Mit nackten Tatsachen glänzt hier übrigens Crystal Renn, die man seit ihrer letzten Metamorphose kaum wiedererkennt. Ihre Geschichte geht mittlerweile so: Mit 14 von einem Model-Scout entdeckt, aber zu richtig schlimmem Hungern überredet, heftigst magersüchtig gewesen, die Erlebnisse in einem Buch verarbeitet und immer wieder die Mißstände in der Modebranche angeprangert. Nach erfolgreichem Überwinden der Krankheit zugenommen, erfolgreich als Plus-Size-Model gefeiert und erklärt, daß sie sich damit wohlfühle. Im letzten Jahr überraschend wieder sehr viel abgenommen, das sei aber nicht durch willentliches Hungern sondern durch Yoga und Wandern gekommen. Die Frau hat ein tolles Gesicht, aber ich begreife sie immer als eine Sklavin ihres Körpers und der neuerliche Gewichtsverlust läßt ihr Anti-Magerwahn-Buch in nicht besonders überzeugendem Licht erscheinen. Ausführliche und sehr erschreckende Details ihres Gewichts-Jojos kann man bei Wikipedia nachlesen.

In nur fünf Tagen hat Ellen von Unwerth sechs komplett unterschiedliche Fotostrecken für TUSH realisiert, einen Großteil in ihrem gewohnten Stil. Das überrascht ein wenig, wenn man das dazugehörige Interview aufmerksam liest. Dort beklagt von Unwerth, daß in der Modefotografie zu viel kopiert werde und daß sie nur noch Jobs mache, bei denen man Neues ausprobieren kann und sie sich auf keinen Fall wiederholen wolle. Ich konnte jedoch mehrere Bilder entdeckten, die vom Styling, Setdesign, Ausführung und Bearbeitung einfach einem typischen von-Unwerth-Foto entsprechen. Selbst die Posen der Models habe ich so bei ihr schon einmal gesehen, z.B. bei Aufnahmen mit Christina Aguilera.

Speziell die sexuell aufgeladenen Bilder mit Renn erinnern teilweise an Helmut Newton, dessen Bildsprache mir dieser Tage des Öfteren fehlt:

























Am besten gefällt mir die Serie "Trust me" - einfach toll gestylt! Obwohl ich eigentlich kein Fan von religiöser Symbolik bin, finde ich das Bild mit dem Neon-Kreuz wirklich außergewöhnlich schön:





























Hier noch die erwähnten, typischen von Unwerth Motive:


































Das Model in der Josephine-Bake-Story gefällt mir leider überhaupt nicht, sie schaut irgendwie immer so, als würde sie das alles auf eine nicht passende Weise paradorieren.

Neben den Bildern bietet das Heft u.a. schön zu lesende Artikel über den alltäglich gewordenen Fetischismus, die utopischen Kleiderentwürfe der Niederländerin Iris von Herpen, dem Global Orgasmus Project und ein Interview mit dem Fotografen Phillip Toledano, der unter dem Titel "A new kind of beauty" Menschen abgelichtet hat, die ihr Aussehen durch Schönheitsoperationen massiv manipuliert haben.


















Eine klare Kaufempfehlung!

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