4/13/2011

Rückblick: There ain't no wow now - The Kills im Huxley's.


















Im Jahr 2000 als spannendes Minimalistic-Rock-Duo gestartet, zeigten The Kills letzten Freitag im Huxley's Neue Welt was sie außer keifenden Gitarrenriffs mittlerweile noch draufhaben.

Das war von großen Rockstarposen abgesehen leider nicht viel. Mit ihrem vierten Studioalbum "Blood Pressures" im Gepäck ackerten sich Alison Mossheart und Jamie Hince durch knapp eine Stunde Vorstellung.
Dabei stehen die Zeichen für die Beiden momentan mehr auf Erfolg denn je: Hince' Liason mit Kate Moss und Mosshearts Involvement bei The Dead Weather haben für unübersehbar höheren Bekanntheitsgrad und mehr Selbstbewußtsein gesorgt.

Klar, das sieht schon cool aus wenn Hince über die Bühne slidet und Mossheart dazu die Hüften schwingt, mit dem Mikroständer kämpft oder sich mit ihrem Bandkollegen Gitarrenfights liefert. Beide sind extrem gut angezogen. Er gibt den dreckigen Dandy, so wie sie nur Großbritannien vorkommen - sie spielt die aggressive Rockerbraut, die unentwegt die langen, zerzausten Haare schüttelt und dabei wie eine gefährliche Voodoo-Hexe wirkt. Die Band als dankbares Fotomotiv, jeder Schuß ein Treffer.

Schockierend ist allerdings, wie wenig Musik geboten wurde. Das sage ich als ausgesprochener Fan der karg instrumentierten Werke. Das Debüt "Keep on your mean side" ließ mich interessiert aufhorchen, "No Wow" bestätigte, daß es sich hier um eine Band handelt, die den White Stripes ernsthaft Konkurrenz machen kann und dann kam "Midnight Boom". Ein Album voller cleverer Hits und toller Melodien.

Beim Gig im Huxley's konnte das Duo bei mir leider nicht den gleichen Funken entzünden, meine Augen zum Glühen und mein Blut in Wallungen bringen wie beim ersten Live-Erlebnis 2004. Die Hauptband Franz Ferdinand war damals zum Nebenschauplatz verkommen und mir ging nur noch durch den Kopf "Die haben gerade auf der Bühne durch Musik gefickt - krass."

Diese Zeiten sind offensichtlich vorbei. Routiniert werden die Songs vorgetragen, es hat fast den Anschein, als sei auch die Wut irgendwie einstudiert und dann wird auch die größte Befürchtung Wahrheit: So aneinadergereiht klingt das alles ziemlich ähnlich. Bis auf  "No Wow", "Tape Song", "Future Starts Slow", "U R Fever" und "Fried My Little Brains" verzichten die zwei leider auf ihre Stomper und so hat selbst das kurze Programm einige Längen. Dabei läuft jeder Song nach dem gleichen Schema ab: Hince startet Drummachine plus Playback-Spur, Hince quält ein oder zwei Saiten zu einem scheinbar endlosen Loop, Mossheart bellt ihre Lyrics raus, Hince stimmt ein, irgendwann ist der Song zu Ende, Hince schaltet die Maschinen ab. Zwischendrin krabbelt er mit seinen Fingern irgendwo auf seiner offen gestimmten Gitarre (da klingt eh alles gut)  rum und läßt er sich für den Krach feiern.
Den Höhepunkt der Einfallslosigkeit erreicht das Ganze, als Mossheart auf zwei Toms den Beat des Playbacks mitdrischt - man hört keinen Unterschied, aber es sieht geil aus.

So bleibt dann am Ende nur, sich auf Mosshearts sehr bewegliche Hüfte zu konzentrieren und zu überlegen, ob es davon schon ein Sex-Tape Live-DVD gibt.

Alles weitere Re: Publikum und Sound erfahrt ihr hier.




Jamie schießt Alison bei "Kissy Kissy" ab.



















Unter der schwarzen Fusselmähne versteckt sich ein rundliches Kindergesicht.

















Schönes Kabel.


















Der Versuch bei "The Last Goodbye" ein paar Töne zum Playback hinzuzufügen...


















Alison will auch mal Trommeln.



















Bei "Fried My Little Brains" ging's dann am Schluß so richtig ab.

Es gibt ein schönes Video mit super Bild- und Tonqualität bei Youtube, das kann ich nur leider nicht einbetten.
Dafür bitte hier entlang.

2 comments:

  1. Been there. Mediocre & too short show but fun crowd.

    Kerr P

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  2. that's basically what this review says.

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