4/12/2011

Reise: Berlin Apr 2011.























Das Kills-Konzert letzten Freitag gab endlich mal wieder Anlaß durch ein paar Geschäfte in der Hauptstadt zu schnüffeln. Außerdem stand ein Designer-Sale und einige Concept-Stores auf dem Plan. Ich habe die Kleidungsstücke natürlich genau unter die Lupe genommen und mir sind wieder viele Ideen für DIYs gekommen. Auf in's Hipster-Paradies.

Freitag, 08.04.

Los ging's am Freitag um 12 Uhr mit dem Designer-Sale in der Station Berlin (Gleisdreieck). Schon von weitem konnte man sehen, daß dort tatsächlich Leute Schlange stehen. Ich war zum ersten Mal auf so einem Event um in mir stiegen Bilder von sich an den Haaren ziehenden und die Augen auskratzenden Frauen auf. So eine aufgeregte Stimmung kannte ich bisher nur von Konzerten, wenn alle darauf warten, daß der Star endlich rauskommt. Hier ging es nur um Klamotten (die vermutlich sehr günstig zu kriegen waren) und doch starrten alle auf die Eingangstür als hätten sie gerade eine Erscheinung. Belustigend und befremdlich zugleich.


















Drinnen ging es dann aber ganz gesittet zu. In zwei großen Hallen hatten Concept-Stores und Designer ihre Kleiderstangen und Behelfskabinen aneinandergereiht. Zu fröhlicher Musik und mit einem Getränk in der Hand wühlte sich das Fashion-Volk durch die Sonderangebote: Die Werbung hatte nicht zu viel versprochen, es gab tatsächlich erhebliche Preisnachlässe. Von elegant bis Street-Style wurde für Damen und Herren alles von Givenchy bis zum Lokaldesigner gezeigt. 


















Ich war besonders erfreut Paillettenkleider von French Connection für 30€ zu finden, leider waren die alle zu groß. Lustig anzuschauen waren die Teile der Jeremy Scott für Adidas Kollaboration. Würde ich  Sportbekleidung tragen, hätte ich an dem Winged Bomber Jacket definitiv Interesse gehabt.
Im übrigen scheint Adidas in Berlin die absolut beliebteste Sportmarke zu sein. Die drei Streifen sind mir in an jeder Ecke in allen erdenklichen und ausgefallenen Variationen begegnet (speziell Adidas Originals geht in Design und Farbwahl ja mittlerweile weit über den bekannten Sneaker und die Sporthose plus passendes Trikot hinaus).



















Zwischen dem Gewimmel sind mir zwei Labels besonders in's Auge gestochen: Die Strickware von Clarissa Labin und die Men's Wear von ODEUR.

Der Werdegang von Frau Labin liest sich genauso beeindruckend wie ihre Mode ausfällt. 2000 schloß sie am  London College of Fashion ab, arbeitete knapp zwei Jahre als Accessoire-Designerin für Dior in Paris und entwarf fast sechs Jahre lang Frauenmode bei H&M. 2009 zog Labin nach Berlin und launchte dort ihre erste eigene Kollektion. Wer bei Strickware an fade Norweger-Pullis denkt, liegt hier ganz falsch. Ihr Markenzeichen ist die Kombination ungewöhnlicher Formen, Farben und Muster. Die Teile wurden im letzten Jahr schon auf vielen Blogs vorgestellt und sehen auch aus der Nähe betrachtet ganz hervorragend aus.

Hier seht ihr einige Looks:

Bild via Stylemag
















Bild via Myfashdiary

















Die charmanten Jungs von ODEUR überzeugten mit auf den ersten Blick simplen Entwürfen, die aber immer mit einem gewissen Kniff konzipiert sind. Die T-Shirts und Jacken in schwarz-weiß-grau können von beiden Geschlechtern getragen werden und sehr gerne hätte ich bei einem scheinbar zerfetzten Oversize-Shirt zugelangt.


Bilder via The Following Aesthetic Reasons






































The Fashionisto hat viele weitere Looks in Großaufnahme.

Danach ging es in Berlins Mitte weiter zum Happy Shop (Torstraße 67) und zu Garments (Linienstraße 204-205). Diese Läden wurden neulich bei LesMads vorgestellt und ich wollte mich selbst vom Konzept überzeugen.

Der Happy Shop sieht in Natura nicht so imposant aus auf wie auf den Fotos, die spezielle Inneneinrichtung überzeugt jedoch. Das Sortiment besteht aus exklusiven Desigerteilen, z.B. von Meadham Kirchoff  und Kitsuné. Viele der Stücke sind allerdings derartig karikierend angelegt, daß ich mir niemanden vorstellen kann, der so etwas tatsächlich verköpert. Der tragbare Rest bewegt sich in einem Preissegment von 300 - 900€. Wer nicht so auf's Geld schauen muß und gerne an äußerst Spezielles wagt, könnte im Happy Shop aber durchaus glücklich werden.
Weitere Infos und Bilder findet ihr hier.

Das Sortiment von Garments "stammt teilweise von Privatpersonen, von Filmproduktionen oder aus Serienauflösungen" und ist sehr fein ausgewählt und nach Farben sortiert. Der Laden trifft voll meinen Geschmack und die Preise sind schon eher mit meinen Geldbeutel kompatibel. Die angebotene Ware ist sehr gut erhalten und entlockte mir einige Ahs und Ohs (wie schreibt man das richtig?!). Ein mit Pailletten und Perlen besticktes 60s-Kleid für 170€ hatte es mir angetan und es fiel mir sehr schwer das hängen zu lassen. Andererseits wanderte es so auf meine imaginäre DIY-Liste. Kommt Zeit, kommt Kleid.
Stylisten und Kostümbildner können bestimmte Teile übrigens auch gegen eine Gebühr leihen.
Für Bilder und  Hintergrundinfos bitte hier entlang. 

Was man auf dem Weg in die Läden sonst noch sieht:



























Samstag, 09.04.

Am zweiten Tag hab ich mich zwischen Hackescher Markt, Weinmeister- und Rosenthalerstraße umgesehen. Neben COS und American Apparel gibt es dort kleine Ateliers, Galerien und Second-Hand-Shops. Im Fenster der Hutmacherin Rike Feurstein habe ich ein Ausbildungsangebot zur Modistin entdeckt, wer sich dafür interessiert, findet hier die Ausschreibung. Ein Traum, ich würde das sofort machen...

Wer für Unterwäsche gerne mal etwas tiefer in die Tasche greift, dafür aber extrem gut sitzende Unterbekleidung fernab der gängigen Modelle möchte, ist bei BLUSH an der richtigen Adresse. Allein das Schaufenster ist schon richtig lecker.
























Ein paar Häuser weiter kann man nicht nur stylische Einrichtungsgegenstände sondern auch schicke Gartenscheren erwerben. Happy Cutting!
























Später bin ich noch zum KaDeWe gefahren, dort war bereits alles sehr aufwendig für Ostern zurechtgemacht.

























Die Entdeckung des Tages machte ich  allerdings in der Nähe vom Bahnhof Zoo. Im Schuhladen Mode 360° verkaufen sie eine Kopie von Vivienne Westwoods Ultragirl Ballerinas - allerdings für knapp 10€ statt für knapp 100€.

Original:
























Fälschung:


















Would you buy it?

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