3/19/2011

Gedankenstrom: Fuck Rock'n'Roll, I'd rather read a book.


















Achtung: Enthält Fotos von der Buchmesse!

Früher hatte ich mal die fixe Idee einen Song über jemanden zu schreiben, der hochgradig bibliophil ist, aber das hat dann nicht so richtig geklappt. Überhaupt hatte ich früher viele fixe Ideen und hab auch viel geschrieben. Und gelesen. Nach dem Umzug in die große Stadt hat das mit dem Lesen schlagartig aufgehört. Nicht, daß ich nicht gewollt hätte. Ich wußte einfach nicht was, es schien irgendwie nichts zu passen. Seit dem Studium lese ich nur noch Sach- und Fachbücher. Belletristik regt mich zu sehr auf. 

Mit dem Schreiben ist es auch immer weniger geworden, obwohl ich jede Menge zu sagen habe. Heute schreibe ich nur noch ab. Zitate, die mir besonders gut gefallen. Aber auch längere Passagen aus Büchern über Subkultur oder psychologische Phänomene, die mich besonders interessieren. Manchmal auch lustige Werbesprüche. Oder Stellen aus Bedienungsanleitungen. Je steifer, desto besser. 


Die Zettel hefte ich dann ab, manche schmeiß ich auch in ein altes Amazon-Paket. Keine Ahnung wieso. "Klappentexte" von DDR-Schallplatten sind auch cool. Die Quellen schreibe ich nie dazu, so daß man den Quatsch später eh nie wieder verwenden könnte, weil keiner mehr zuordnen kann, was wo her kommt.
In Vorlesungen habe ich irgendwann aufgehört auf den Inhalt zu achten, sondern nur noch Wortgruppen vermerkt, die mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun hatten, aber gut klangen. "Aus dem Nest gefallene Vögel", "Gefühle sind Infos", "innere Landkarte von Naturkatastrophen markiert", "pathologisch dissoziiert wie Hannibal Lecter" und so Zeug.

Der ganze Psychokram war für mich immer wie ein Puzzle, was außer mir keiner zusammensetzen konnte. Eigentlich wollte ich Psychologie nur wegen dem schönen Psychologendeutsch studieren. Das ist wie Polizisten- oder Beamtendeutsch, das mag ich. Irgendwann merkte ich, daß man sich Psychologendeutsch auch aus Büchern holen kann, ja, dort wird es sogar häufiger angewandt als an der Universität. Aber da war es eh schon zu spät.
Meine Vorliebe für Borderline- und Narzissmus-Literatur ist geblieben. Da kommen immer so starke Wörter drin vor. "Chaos", "Leere", "Manipulation", "irrationaler Haß"... eigentlich peinlich, aber mir gefallen die.

Früher hat mir die Musik sehr geholfen mich abzureagieren, deshalb bin ich auch heute noch sehr auf den Inhalt von Liedern fixiert. Ein richtig guter Text ist für mich mehr als die halbe Miete. Früher hab ich exzessiv irgendwelche Songs von Smashing Punpkins und Co. übersetzt. Also nicht nur im Kopf, richtig aufgeschrieben, Zeile an Zeile, so wie sie das in der BRAVO machen. Das Resultat ist ein auf Rockmusik basierendes englisches Vokabular, was im Alltag nicht besonders hilfreich ist, aber ich konnte meiner Englischlehrerin noch beibringen daß "melancholy" auch als Substantiv verwendet wird. Wenn ich jetzt drüber nachdenke, ist das eigentlich keine große Sache, die Frau war mit ihren Gedanken wahrscheinlich einfach woanders.

Heute habe ich auf spiegel.de gelesen, daß provokante Romane von Minderjährigen die große Hoffnung am Literaturhimmel sind. Darin geht es um Sex, Kokain, Wichsen, Kiffen, Prostitution und von zu Hause abhauen. Die Literaturkritiker finden so was toll. Loben die Authentizität, die brutale Ehrlichkeit mit der die Jugendlichen ihr Leben beschreiben. Würde ich einen Roman über mein Leben schreiben, wäre das das langweiligste Buch der Welt - oder die Sammlung der schönsten Zitate.

You are hardcore, you make me hard.
You name the drama and I'll play the part.
It seems I saw you in some teenage wet dream.
I like your get up if you know what I mean.
I want it bad. I want it now.
Oh can't you see I'm ready now.
I've seen all the pictures,
I've studied them forever.
I wanna make a movie so let's star in it together.


Don't make a move 'til I say, "Action."
Oh, here comes the Hardcore life.
Put your money where your mouth is tonight.
Leave your make-up on &  I'll leave on the light.
Come over here babe & talk in the mic. Oh yeah I hear you now.
It's gonna be one hell of a night.
You can't be a spectator. Oh no.
You got to take these dreams & make them whole.
Oh this is Hardcore -
there is no way back for you.
Oh this is Hardcore -
this is me on top of you &
I can't believe that it took me this long. That it took me this long.

This is the eye of the storm.

It's what men in stained raincoats pay for but in here it is pure.
Yeah. This is the end of the line.
I've seen the storyline played out so many times before.
Oh that goes in there.
Then that goes in there.
Then that goesthere.
Then that goes in there. & then it's over. Oh, what a hell of a show
but what I want to know:
what exactly do you do for an encore? 'Cause this is Hardcore. 

















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