2/11/2011

Klassiker: Black-Eyed // Placebo.

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Neulich fragte mich wieder jemand bei der Arbeit, warum meine E-Mail-Adresse "blackeyed" sei: "Du hast doch gar keine schwarzen Augen!" Nein, sie sind tatsächlich blau und beim Einrichten des Mailkontos dachte ich auch nicht an meine Augenfarbe.

Soweit ich weiß, übersetzt man "blackeyed" nicht mit "schwarzäugig"; der Ausdruck steht vielmehr für das  "Veilchen" welches nach einem Faustschlag im Gesicht zurückbleibt. Im Deutschen spricht man dann wieder von einem "blauen Auge", was ich irgendwie süß finde. Soviel zur Theorie.

Grund für die Betitelung war natürlich ein Song. 1999 spielten Placebo (damals meine absolute Lieblingsband) auf dem Highfield-Festival zum ersten Mal die Stücke ihres erst viele Monate später erscheinenden Albums "Black Market Music". Noch mehrere Wochen danach war ich richtig high von dem Konzert, speziell der Ohrwurm mit dem "Broken Home"-Text ließ mich nicht mehr los.

Seit dem sind über 10 Jahre vergangen, aber die Lyrics weiß ich immer noch auswendig:

I was never faithful
And I was never one to trust
Borderlining schizo
And guaranteed to cause a fuss
I was never loyal
Except to my own pleasure zone
I'm forever black-eyed
A product of a broken home

I was never faithful

And I was never one to trust
Borderline bipolar
Forever biting on your nuts
I was never grateful
That's why I spend my days alone
I'm forever black-eyed
A product of a broken home
Black-eyed

Obwohl der Ausdruck "broken home" bei mir auf einer Art Bannliste steht, spüre ich in dem Lied nichts von der Peinlichkeit wie sie mich oft bei diversen Screamo-Bands aus Amerika überkommt. Brian Molko jammert nicht über seine "schlimme Kindheit". Er wagt einen selbstironischen Blick und beweist dabei die Fähigkeit, sein verletzendes Verhalten zu reflektieren. In einem magic moment sagt mir das Lied, daß aus Negativem auch Positives werden kann (obgleich der Text das nicht hergibt; liegt bestimmt an der fröhlichen Musik). Man ist noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen.

Das alles hab ich dem Fragesteller natürlich nicht erzählt, sondern nur genervt meine Augen verleiert.

Weil das Video zu "Black-Eyed" nicht gerade das Schönste ist, habe ich den unveröffentlichten Song "Little Mo" eingefügt. Der wurde auf dem Festival damals auch gespielt und ist zu meinem großen Bedauern nur auf einer Anniversary-Compilation vom Visions Magazin erschienen. Zur Musik seht ihr Bandfotos im wunderbar bunt queeren 90s-Stil. Bad-Eyed.


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