2/17/2011

Preview: The King of Limbs // Radiohead.

via last.fm
Ein neues Radiohead-Album steht vor der Tür. Und "vor der Tür" ist fast noch untertrieben. Es hat schon geklopft und einen Fuß in die Tür geklemmt. Unspektakulär und überraschend kam gestern abend gegen 10 der Newsetter von waste.uk.com. Darin kurz und bündig die Nachricht, dass das seit Jahr und Tag erwartete, hin und wieder bestätigte, geleugnete und in letzter Zeit vom Radar verschwundene achte Radiohead-Album fix und fertig ist und nun hochoffiziell und unter hohem Erfolgsdruck in den Startlöchern steht: Titel: The King of Limbs.

Erwarten kann man von dem Quintett aus Oxfordshire mittlerweile eh kaum etwas bestimmtes. Zu vehement kämpft die Band gegen Muster, Berechenbarkeit, Redundanz und Phrasen sowie den Zirkus, den andere als "Musikbiz" bezeichnen, als das man vorhersehen könnte, wohin die Entwicklung diesmal gehen wird. Die populären Anfangsjahre, die die Band mit schrammeligem Indierock berühmt machten, sind längst vorbei. Auch der minutiös vertrackte Experimentalrock der späteren 90er und die darauf folgenden Jahre der Rockverweigerung und elektronischen Selbstfindung sind mittlerweile abgeschlossen.

Die vergangenen Veröffentlichungen waren stets geprägt von einem gepflegten und nie selbstgefälligen Platznehmen zwischen den Stühlen. Das ist zwar unbequem, eröffnet aber neue Perspektiven. Mit dem politisch angehauchten Hail to the Thief beendeten Radiohead 2003 ihren Vertrag mit EMI und nach 25 Millionen verkauften Tonträgern und ausgiebigen Touren folgten erstmal vier Jahre fast-Funkstille.

Zurück meldete sich die Band erst wieder Ende 2007 mit ihrem in Eigenregie veröffentlichten Album In Rainbows. In Rainbows wurde seinerzeit zwar eher für sein alternatives Vertriebsmodell als für seine Musik gefeiert, zeigte aber auch musikalisch wieder neue Ansätze zur bekannten Experimentierfreudigkeit der Briten. Ungeschliffener, erdiger und mit mehr Luft zwischen den Tönen klang das Album weniger nach Radioheads Stammproduzenten Nigel Godrich als nach Steve Albinis rauem, trockenen Sound, obwohl es natürlich Godrich war, der letzten Endes an den Regeln saß. Wie auch wieder, und damit sei dieser Exkurs beendet, bei The King of Limbs.

The King of Limbs erscheint am 18. Februar vorerst als Download auf dieser Seite. Kostenpunkt wären 7€  für die .mp3-Version und 11€ für die .wav-Version. Am 9 Mai wird dann auch die Tonträgerversion mit  jeder Menge Extras verschifft. Für 36€ wird diese natürlich, und das ist eine der wenigen Konstanten bei dieser Band, wieder opulent ausfallen:

The physical, 'Newspaper Album' comprises two clear 10" vinyl records in a purpose-built record sleeve, a compact disc, many large sheets of newspaper artwork, 625 tiny pieces of artwork, and a full-colour piece of oxo-degradable plastic to hold everything together. The Newspaper Album also includes a digital download.
Wer jetzt schon preordert, bekommt die digitale Version sofort! 

via motor.de

Das Coverartwork gibt sich den Vorgängeralben entsprechend schon einmal bunt und kleckerig, strahlt aber auch eine interessante Düsterkeit aus. Was uns also musikalisch erwartet ... man darf gespannt sein. Wie eigentlich auf jeden Release dieser Band. Und auf die Erklärung, was der heutige offizielle Radiohead-Tweet 渋谷 ハチ公広場 金曜日 18時59分 wohl zu sagen haben mag ...

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