1/17/2011

Magazin: Hype, Musikexpress Dez 2010, Circus, Vogue Italia Nov 2010.


















Diesen Post habe ich ewig vor mir hergeschoben und bevor das Thema komplett an Relevanz verliert, muß der nun endlich raus. In den letzten Wochen habe ich wieder viele Zeitschriften in meine Höhle geschleppt und präsentiere euch heute eine kleine Auswahl. Darunter befinden  sich zwei Neuerscheinungen, eine Wiederentdeckung und das bewährte beste Fashion-Magazin der Welt. Schauen wir mal rein.

1. HYPE MAGAZINE























Passend zum Namen kommt das Titelblatt des HYPE Magazines recht reißerisch daher und zeigt uns "Society-Lady" Renate Hirsch-Giacomuzzi, die im dazugehörigen Interview rüberkommt wie viele Menschen mit viel Geld: Irgendwo in einer anderen Welt herumtaumelnd, aber sehr unterhaltsam dabei.

Interessant fand ich den Artikel zum Thema "Beratungskompetenz im Luxussegment". Als ich mich vor einigen Monaten mit Geschäften im höheren Preissegment in Leipzig beschäftigt habe, wurde ich mit vielen der dort angesprochenen Punkte konfrontiert. Auf thematisch ähnlichem  Terrain bewegt sich der Artikel "Ruhmsüchtig!?", der allerdings ein wenig psychologische und philosophische Tiefe vermissen läßt bzw. keine wirklich neuen Punkte anspricht. Fast alle Beiträge des Heftes stammen übrigens von Chefredakteur Sven Barthel, was dem Ganzen eine Fanzine-Anstrich gibt und aufgrund des eingeschränkten Blickwinkels dem Anspruch des Heftes nicht 100-prozentig gerecht wird.




























































Im Editorial Letter schreibt Barthel: "So liefert HYPE "echten" Modejournalismus, der reines Produktplacement hinter sich lässt und fundiert, wie auch kritisch hinter die Kulissen der Modebranche blickt. Die Geschichte hinter der Nachricht bestimmt den Inhalt. Info-Häppchen und News gibt es Netz, tiefe Einblicke in HYPE."  


Ein großer Auftrag, den das Heft noch nicht so richtig zu erfüllen weiß. Barthels Wortwahl wirkt mir immer einen Tick zu "ordentlich" und seriös. Es werden in den Artikeln zwar interessante Punkte angesprochen, der Autor ist dann aber nicht frech genug um sie auch zu Ende zu denken. So bleibt es meist bei solider Berichterstattung, ich vermisse jedoch Innovationsgeist.

Freigeist findet man in den Fotostrecken, die sind alle ausnahmslos toll realisiert wurden.


















Leider hat das Heft noch Probleme was Satz und Layout angeht, auch einen Lektor scheint es nicht zu geben.

Fazit: 5€ für ein Heft auf Hochglanzseiten aber mit noch nicht ausgegorenem Inhalt und Tippfehlern sind mir etwas zu viel. Ich beobachte die Entwicklung noch ein wenig und habe mir heute die neue Ausgabe zugelegt. Review erfolgt demnächst.


2. Musikexpress























Zwischen 2001 und 2005 war ich treue Leserin des Musikexpress. Aber bereits 2004 entwickelte sich das Heft in eine Richtung, die mir nicht mehr gefiel. Ich konnte mit den vorgestellten Bands nicht mehr anfangen und auf der Cd waren keine Songs, die mich aufhören ließen. Irgendwann mußte den Kauf des Heftes resigniert einstellen.

Am Zeitungsstand fiel mir dann die November-Ausgabe 2010 auf. Die wirkte irgendwie komplett verändert, visuell wie inhaltlich. Als im Dezember die Bowie-Ausgabe mit 4 Sammelcovern rauskam, griff ich dann endlich mal zu.


















Beim Durchforsten der Leserbriefe wurde schnell klar, daß es beim ME tatsächlich eine nicht unwichtige Veränderung gegeben hatte. Die Redaktion ist nach Berlin gezogen und wird jetzt bei Axel-Springer verlegt. Die Rubriken im Heft wurden stark überarbeitet, vieles wirkt frischer (was von den Lesern der letzten Jahre als "gezwungen" empfunden wird), doch das Wichtigste: Die Themenwahl ist großartig.

Unter der Überschrift "Mädchenmusik" schreibt Harriet Köhler eine (Mädchen-)Kolumne, Wais Kiani gibt die Stilpolizei und neben dem bereits erwähnten und äußerst lesenwerten Bowie-Dossier gibt es eine New-Orleans-Reportage, eine große Pet-Shop-Boys-Geschichte, ein aufschlußreiches Interview mit Bret Easton Ellis und das schwierigste Rock'n'Roll-Rätsel aller Zeiten.























Fazit: Alte Liebe erfolgreich reanimiert. Ich habe auch die Januar- und heute die Februar-Ausgabe erworben.


3. Circus























Mit einem tollen Konzept startete letztes Jahr das Circus Bookazine. Die über 340-Seiten dicke Veröffentlichung wurde von vorne bis hinten mit sehr viel Liebe und Sorgfalt erstellt. Der abwechslungsreiche Content stammt von Bloggern aus der ganzen Welt und wurde in Deutsch und Englisch aufbereitet. Fotos und Illustrationen runden die durchweg gelungenen Artikel ab.


















Der Preis in Höhe von 14€ hat aber offenbar trotzdem nicht gereicht um eine zweite Ausgabe zu finanzieren. 
Die Herausgeber veröffentlichten letzte Woche folgende Info:


"Wir lieben das Internet und wir lieben Print. Aus diesem Grund haben wir es gewagt, mit Bloggern aus der ganzen Welt ein einzigartiges Bookazine zu schaffen: CIRCUS Fashion. Leider können wir diese Reihe aus finanziellen Gründen momentan nicht fortführen. CIRCUS ist aber nicht zu Ende, gerade arbeiten wir an unserer iPad-Version der ersten Ausgabe. Auch sind wir weiterhin noch in regem Austausch mit Bloggern, beobachten das Medien-Geschehen online wie offline und interessieren uns mehr und mehr für die Möglichkeiten, die das iPad Herausgebern und Lesern auf der ganzen Welt bietet.
Weil wir wissen, wie schwer es ist, sich in diesem Geschäft zu behaupten, wollen wir in diesem Blog fortan den Blick verstärkt auf interessante Nischenprodukte legen und die herausragende Arbeit engagierter Medienmacher vorstellen – seien es Printmagazine, besondere Blogs oder gut gemachte iPad-Apps. Natürlich gibt es auch weiterhin alle Informationen zur Entwicklung von CIRCUS und unseren vielfältigen Projekten. Um all diesen Themen gerecht zu werden, haben wir den Blog ein wenig umgebaut und– wie wir finden – noch übersichtlicher gestaltet. Kommt also regelmäßig vorbei oder noch besser: Abonniert uns in eurem Feedreader. Denn der Medienzirkus wartet darauf, entdeckt zu werden!"

Fazit: Tolle Idee, super Umsetzung. Hoffentlich findet sich ein Investor.

4. Vogue Italia























Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert bis die November-Ausgabe der italienischen Vogue bei Ludwigs verfügbar war. Neben dem gewohnten visuellen Feuerwerk bietet das Heft 28-seitigen Spread mit 4 größtenteils nackten Models, die unter dem Titel "Venus in Furs" wie immer von Steven Meisel geshootet wurde.



































Als Isabella-BlowBurbridge zum Thema eccentric headpieces.

















Der berühmte Hummer-Hut von Philip Treacy:























Junge hübsche Models wurden von Ellen von Unwerth in romantischer Atmosphäre abgelichtet:
















Weitere Eindrücke aus dem Heft:








































Wie es bei der italienischen Vogue schon beinahe Standard ist, kommt ein Heft selten allein. Diesmal wird eine Beauty-Beilage präsentiert.























Auf dem Cover befindet sich ein Bild aus der "An Individual Vision"-Serie von Craig McDean. Ich steh total auf diese verschwommenen Glam-Punk-Fotos.












































Die Schminkvorlagen probiere ich bei Gelegenheit mal aus.



















































Die gescannten Vogue-Bilder via Fashion Gone Rogue.

Ein Fazit schenk ich mir. Die Dezember-Ausgabe liegt bereits auf meinem Schreibtisch.

3 comments:

  1. Welches Blatt würdest Du auf einen 12 stündigen Flug um die halbe Welt mitnehmen?

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  2. ME hab ich meist nach 2 Stunden durch... Aufgrund der Seitenstärke dann wohl das Circus Mag. Da hatte ich die meisten kleinen Aha-Effekte.

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  3. http://palimpalimblog.blogspot.com/2011/01/ein-fur-circus-bookazine.html

    coole posts!

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