1/01/2011

Fotografie: Glossar.
























Zur Nude Visions Ausstellung im letzten Jahr gab es ein kleines Heft, daß die wichtigsten Stichworte zum Thema Fotografie erklärt. Ich hab mir die Mühe gemacht und alles aufgeschrieben. Hier erfahrt ihr, was der Unterschied zwischen "Daguerreotypie", "C-Print" und "Platindruck" ist.

Abzug
Fotografisch erzeugtes Positiv von einem Negativ.

Albumin
Frisches Hühnereiweiß, das zu Schaum geschlagen wurde und sich durch längeres Stehen wieder verflüssigt hatte, wurde nach Zusatz von Chlor-, Brom, oder Jodsalzen auf ein Trägermaterial (Glas, Papier) aufgebracht und nach dem Sensibilisieren mit Silbernitrat als lichtempfindliche Aufnahme- und Kopierschicht benutzt.

Albuminpapier 1850 bis ca. 1920
Auskopierte chlorsilberhaltige Eiweißschicht auf Papier. Im 19. Jahrhundert auf Grund seiner Detailtreue das gängigste Fotopapier, um fotografische Abzüge herzustellen. Es wurde erst um die Jahrhundertwende durch Gelatinepapier abgelöst.

Auskopierpapier
Spezielles Papier, bei dem das Bild während der Belichtung entsteht und anschließend nur noch fixiert werden muss. Das lichtempfindliche Papierwurde zusammen mit dem Negativ in einem Kopierrahmen gespannt und dem Kopierlicht (Tageslicht oder künstliche Beleuchtung) ausgesetzt. Dabei wurde der positive Abzug auf dem Papier durch das sogenannte Auskopieren aufgebaut. Die meisten Positive des 19. Jahrhunderts wurden auf Auskopierpapier hergestellt.

Autochrome 1907 bis ca. 1955
Umkehrentwickelte halogensilberhaltige Gelatineschicht auf Glas oder Film. Sie ist direkt verbunden mit einem farbigen Linien- oder Kornraster, durch den belichtet und betrachtet wird. Dieses von den Gebrüdern Lumière entwickelte Verfahren zur Herstellung einer Farbaufnahme mit nur einer einzigen Platte markiert den Beginn der Farbfotografie.

Autotype
Fotomechanisches Reproduktionsverfahren. Halbtöne können durch Aufrastern fotomechanisch gedruckt werden.

Bindemittel
Substanz, in der die lichtempfindlichen Partikel gleichmäßig fein verteilt eingebettet sind, z.B. Albumin, Gelatine.

Bromöldruck 1907 bis ca. 1950
Quellrelief auf Papier, das nachträglich mit Ölfarbe eingefärbt wurde. Es ist durch Ausbleichen eines Bromsilber-Gelatine-Bildes entstanden.

Carbondruck 1919 bis ca. 1950
Der farbige Carbo Print (nach den Hauptbestandteilen Carbon und Bromsilber) entsteht, indem zunächst von drei Farbauszugsnegativen (mit Rot-, Grün- und Blaufiltern) Vergrößerungen auf Bromsilbergelatinepapier angefertigt werden. Auf dieser Grundlage erstellt man komplementär in den Farben Gelb, Magenta und Cyan Pigmentgelatinereliefs aus Carbon auf Zelluloidfolie, die anschließend passgenau auf Papier gedrückt werden. Die farbigen Carbodrucke bestehen aus Pigmenten und sind bis heute neben anderen Pigmentbildern die haltbarsten Farbfotos geblieben.

Cibachrome (Ilfochrome) 1964 bis heute
Farbverfahren, das zur analogen Ausbelichtung und Vergrößerung von Diapositiven auf Farbpositivpapier dient. Während bei den allgemein üblichen chromogenen Verfahren die Farbstoffe erst beim Entwickeln entstehen, befinden sie sich hier von Anfang an in der Emulsion. Beim Entwickeln und Fixieren bleicht das Silber vollständig aus, so dass nur das positive Farbbild zurückbleibt. Seit Anfang der 1990er Jahre wird Cibachrome unter dem Namen Ilfochrome vertrieben. Das fotografische Verfahren besitzt eine hohe Archivbeständigkeit.

C-Print (Chromogenic Print) 1942 bis heute
Die Bezeichnung chromogen verweist auf die Zusammensetzung des Farbfilm- und Farbpapiermaterials, welches in drei übereinander liegenden Schichten Farbkuppler enthält, die erst bei der Entwicklung die Farbstoffe Gelb, Magenta und Cyan bilden. Seit Beginn der 1950er Jahre ist der chromogen entwickelte Abzug Standard in der Farbfotografie.

Daguerreotypie 1839 bis ca. 1880
Durch Quecksilberablagerungen entwickelte Jod- und Bromsilberschicht auf einer polierten Silberoberfläche. Louis Jacques Mandé Daguerre erfand in Zusammenarbeit mit Nicéphore Niépce und dessen Sohn Isidore das Verfahren, mit dem fotografische Unikate, die durch Brillanz und Detailzeichnung bestachen, aber nicht vervielfältigt werden konnten.

Dichromatverfahren
Alle fotografischen und fotomechanischen Verfahren, die Kalium-, Ammonium- oder (selten) Natriumdichromat als lichtempfindliche Substanz verwenden.

Digitale Fotografie 1991 bis heute
Aufnahmeverfahren in dem die direkte, elektronische Speicherung eines fotografischen Bildes mittels eines in die Kamera integrierten oder an sie adaptierten Sensors vollzogen wird.

Doppelbelichtung
Auf demselben Filmstück wird zweimal belichtet, was bei den meisten Kameras durch eine Sperre verhindert wird.

Edeldruckverfahren
Sammelbegriff für hochwertige fotografische Kopierverfahren, die besonders während der Zeit der Kunstfotografie benutzt wurden. Beispielsweise Pigment-, Gummi-, Öl-, Bromöl- und Platindruck. Durch Manipulation während der Herstellung konnten malerische Effekte erzielt werden.

Edition (Auflage)
Fotografie zeichnet sich, wie die Druckgrafik, durch Reproduzierbarkeit aus. Um den Charakter eines fotografischen Originals und Vintage Prints zu bewahren, sollten die Abzüge nicht beliebig hoch sein. Ab den 1970er Jahren begannen Fotografen die Anzahl der Abzüge zu limitieren. Heute ist es üblich mit nummerierten Editionen (Auflagen) zu arbeiten.

Fotogravüre (Heliogravüre) 1880 bis heute
Tiefdruckfarbe auf Papier, abgedruckt von einer geätzten Kupferplatte.

Fressondruck 1951 bis heute
Vier Auswaschreliefs aus Pigmentkolloid in den subtraktiven Grundfarben und schwarz, durch viermaliges Beschichten, Belichten und Entwickeln auf Papier erzeugt. Durch das Vergrößern der im Kontakt hergestellten Farbauszüge entsteht in Fressondrucken je naxh Vergrößerungsmaßstab eine mehr oder weniger deutliche Kornstruktur.

Kolorierung
Partielle Bemaluung oder Übermalung von Fotografien. Verwendung finden unterschiedlichste Materialien, wie Aquarellfarben, Ölfarben und Eiweißlasurfarben.

Kontaktabzug
Im direkten Kontakt mit dem Negativ hergestelltes Positivbild, d.h. das Negativformat war immer mit dem Format des Abzugs identisch. Entsprechend groß und schwer mussten mitunter die Kameras und Objektive im 19. Jahrhundert sein, wollte man großformatige Positivkopien herstellen; Vergrößerungen waren kaum möglich.

Lichtdruck 1860 bis heute
Direktes fotomechanisches Flachdruckverfahren, bei dem eine Glasplatte mit einer bichromathaltigen Gelatineschicht überzogen, getrocknet und über einem Negativ belichtet wurde. Beim anschließenden Wässern und Trocknen entstand eine netzartige, körnig gerunzelte Oberfläche (Runzelkorn), die das spätere Druckraster bildete.

Moderner Abzug / Modern Print
Abzug, bei dem zwischen Aufnahmedatum und Printdatum eine deutliche zeitliche Differenz von mindestens zehn Jahren liegt. Dabei wird die Herstellung des Abzugs vom Originalnegativ vom Fotografen selbst vorgenommen oder von ihm veranlasst und überwacht. Nicht selten unterscheiden sich neuere Abzüge von den Vintage Prints im Format, Papier und der Technik.

Nasses Kollodiumverfahren 1851 bis ca. 1900
Eine fast erstarrte, jedoch noch nicht trockene jodhaltige Kollodiumschicht (Lösung von Nitrozellulose in einem Alkohol-Äther-Gemisch), die auf eine Glasplatte aufgebracht wurde, wird in einer Silbernitratlösung sensibilisiert und nass belichtet. Im Anschluss musste die feuchte Platte schnell schnell entwickelt, fixiert, gewässert und getrocknet werden, so dass man Dunkelkammerzelte, Apparate, Glasplatten und Chemikalien an den Aufnahmeort transportierte. Die fotografische Schicht war sehr lichtempfindlich, Momentaufnahmen konnten gemacht werden. Jedoch war das Trägermaterial Glas schwer und zerbrechlich.

Negativ-/Positiv-Verfahren
Verfahren, bei dem vom fotografischen Negativ in einem Kopierverfahren Positive auf Fotopapier oder Film hergestellt, also in der Regel Papierbilder von Negativen erzeugt werden. Es werden zwei Arten von Papieren unterschieden: Auskopierpapiere (das Bild wird schon während der Entwicklung sichtbar) und Entwicklungspapiere, d.h. sie müssen fixiert und entwickelt werden.

Neuabzug / Reprint
Moderner Abzug, der ohne Wissen und Kontrolle des Fotografen von dessen Originalnegativ in der Regel nach dem Tod hergestellt wird. Es handelt sich nicht um ein Original. Dies gilt auch dann, wenn der Abzug durch Erben „autorisiert“ wird.

Öldruck /Ölpigmentdruck 1904 bis 1930
Gelantinerelief auf Papier, das nachträglich mit Ölfarbe eingefärbt wurde. Es ist aus belichteter chromsalzhaltiger Gelatine entstanden.

Originalabzug
Abzug, der vom Künstler selbst oder unter dessen Anleitung kurz nach Herstellung des Negatives angefertigt wird. Wichtig für die Bestimmung eines Originalabzugs sind die in der Regel rückseitig aufgebrachte Signatur, Datierung, Nummerierung oder Betitelung durch den Fotografen und gegebenenfalls auch Labor-, Nachlass- oder Copyrightstempel sowie Archivnummern.

Platindruck (Platinotypie) 1880 bis ca. 1930
Entwickelte Platin- und Eisensalzschicht auf Paper. Zeitweise wurde Platin durch Palladium getsreckt oder ersetzt. Das Bild befindet sich direkt in der Oberfläche des Papiers und nicht in einer aufgetragenen Emulsion. Das Papier ist deshalb völlig matt, meist glatt und selten strukturiert.

Pigmentdruck 1880 bis ca. 1940
Auswaschrelief auf Papier übertragen. Es ist aus belichteter chromsalzhaltiger Pigmentgelatine entstanden. Bilderzeugende Substanzen sind Kohle oder Pigmente.

Reproduktion
Abzug, der nicht von einem Originalnegativ, sondern von einem Zwischennegativ stammt, das durch Abfotografieren eines Vintage Prints, Modern Prints oder Reprints entstanden ist und dies meist ohne Wissen oder Kontrolle des Fotografen.

Salzpapier 1840 bis ca. 1865
Auskopiertes chlorsilberhaltiges Papier für Kalotypien und Talbotypien. Salzpapierabzüge sind die frühesten Positive, die meist von Papier- seltener von Kollodiumnegativen hergestellt wurden.

Sensibilisierung
Bezeichnet den Vorgang, durch den fotografisches Material lichtempfindlich wird.

Silbergelatineverfahren / Gelatinesilberverfahren 1880 bis heute
Auf Grund der Detailtreue und Brillanz ist dies bis heute das gebräuchlichste Verfahren zur Herstellung von Schwarzweiß-Abzügen. Lichtempfindliche Silberkristalle werden in eine Gelatineemulsion (gewonnen aus tierischen Kollagenen in Haut, Sehnen, Knorpel) eingelegt, die bei Temperatur unter 30 °C zu einer festen Masse erstarrt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen dem früheren Chlorsilbergelatine aus Kopierpapier (Aristopapier) und dem seit den 1920er Jahren verwendeten, beständigerem Silbergelatineentwicklungspapier (Bartypapier) mit Chlor-, Brom- oder Chlorbromsilber als lichtempfindlicher Substanz. Letzteres wird in verschiedenen Kartonstärken und mit unterschiedlichen Oberflächen im Handel angeboten. Seine prinzipiell gute Haltbarkeit kann durch Gold- oder Platintonung noch gesteigert werden.

Solarisation
Verfremdung des fotografischen Bildes durch starke Überbelichtung.

Stereoaufnahme
Besteht aus zwei um Augenabstand seitlich verschobene Aufnahme, die nebeneinander montiert sind. Bei Betrachtung der Aufnahme in einem Stereoskop entsteht der Eindruck einer dreidimensionalen Abbildung. Stereoaufnahmen wurden in allen fotografischen Techniken hergestellt.

Tonwert
Die verschiedenen Graustufen eines Bildes werden als Tonwert bezeichnet.

Unikatverfahren
Sammelbegriff für fotografische Verfahren, mittels derer jeweils nur ein Bild hergestellt werden kann, z.B. Daguerreotypien, Autochrome etc. Im Gegensatz dazu stehen die Negativ/Positiv-Verfahren, anhand derer beliebig viele Abzüge von einem Negativ erzeugt werden können.

Vintage Print
Der Vintage Print gilt unter Sammlern als wertvollste Form des fotografischen Originals. Seit den Anfängen des Fotokunstmarktes zu Beginn der 1970er Jahre wird die Bezeichnung Vintage (engl.: „alt“, „hervorragend“) verwendet, um originale Abzüge zu charakterisieren, die zeitlich in unmittelbarer Nähe zur Aufnahme, also zur Entstehung des Negativs hergestellt worden sind. Es gibt keine juristisch verbindliche Vorschrift oder Definition hinsichtlich des Zeitraums, der mit „unmittelbar“ gemeint ist. Ein Zeitraum von bis zu fünf Jahren ist allgemein anerkannt.

2 comments:

  1. Der US Starfotograph verriet mir seine geheimen Tricks bei der Modefotografie:

    Starren Sie das
    Model nicht an!
    Achten Sie auf Ihren Blick. Wenn Sie das Model anstarren, als ob
    Sie noch nie eine Frau gesehen hätten, werden Sie am Set keine
    Arbeitsatmosphäre aufbauen können. Ob das Model vor Ihnen
    vollkommen oder kaum bekleidet ist, Sie sollten es in jedem
    Fall ganz normal behandeln.

    Machen Sie das Model nicht an!
    Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit erreichen Sie
    nicht durch intime Bemerkungen, sondern durch professionelles
    Auftreten. Anzügliche Bemerkungen
    sind ebenso tabu wie unangebrachte Flirtversuche.

    Benutzen Sie weiches Licht!
    Weiches Licht schmeichelt den weiblichen Rundungen
    und ist leichter zu kontrollieren. Setzen Sie
    eine große Softbox ein, oder spannen Sie dünnen
    Schleiernessel-Stoff (90 g) aus weißer Baumwolle zwischen
    Lichtquelle und Model.

    Verwenden Sie einen Reflektor!
    Mit einem Reflektor können Sie Schatten aufhellen und Lichtakzente
    setzen. Seit 20 Jahren benutze ich Reflektoren von California
    Sunbounce. Wenn ich nur ein Hilfsmittel zur Lichtgestaltung
    nutzen dürfte, es wäre ein solcher Reflektor.

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  2. ach, ich sollte noch erwähnen, wer die Tipps gegeben hat: Steve Thornton im digital photo magazin

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