1/19/2011

Ausstellung: World Press Photo 2010.























Die World Press Photo Stiftung veranstaltet jährlich den weltweit größten und renommiertesten Foto-Wettbewerb. Am Wettbewerb 2010 beteiligten sich 5.847 Fotografen aus 128 Ländern mit 101.960 Fotos. Die preisgekrönten Bilder werden in etwa 100 Städten in mehr als 45 Ländern gezeigt.Die teilweise sehr schockierenden Werke machen aktuell im Leipziger Hauptbahnhof Station.

Ich habe mir die Ausstellung heute Abend angesehen, denn erfahrungsgemäß wuseln zu den Nachtstunden nur wenige Besucher in den Hallen herum und man fühlt sich von den Menschenmassen nicht so bedrängt. Beim Betrachten stellte sich mir wieder die Frage, warum es die Menschen einfach nicht schaffen, friedlich vor sich hinzuleben. Es werden so viele schlimme und verachtenswerte Zustände dokumentiert, daß ich schnell von einem  umfassenden Menschenhass ergriffen wurde. Irgendwann kochten die Emotionen so in mir hoch, daß ich Tränen in den Augen hatte.

Deshalb an dieser Stelle der ernstgemeinte Hinweis: Einige der folgenden Bilder sind zutiefst verstörend und können - wie soll ich das sagen - unangenehme Gefühle auslösen. Es gibt Blut und Brutalität zu sehen. Die Situationen sind nicht gestellt. Welcome to Reality.

Beginnen möchte ich mit harmlosen Fotos, die vielleicht auch mal ein Schmunzeln oder eine hochgezogene Augenbraue hervorrufen.

Sport

Tiger Woods tauscht den Schläger mit seinem Caddy. Gewohnt professionell.


















Lance Armstrongs Waden während der Tour de France.


















Olympiade für uralte Sportler.



















Kunst und Kultur

"Dirty Kids" bei einer Art Happening in den USA.


















Menschen mit Kleidung aus dem Nahen Osten vor verschiedenen Hintergründen fotografiert.


















Die Société des Ambianceurs et des Personnnes Élégantes – SAPE (Gesellschaft der Entertainer und eleganten Menschen) in Kongo-Brazzaville geht auf die 20er und 30er des letzten Jahrhunderts zurück, als privilegierte Kongolesen stilvoll gekleidet von Besuchen aus Paris zurückkehrten. Heute existiert diese High-Fashion-Subkultur vor dem Hintergrund der Armut. Viele sparen jahrelang, um sich einen Anzug anschaffen zu können, aber die Originalität der Kombination und die Auswahl der richtigen Accessoires zählt mehr als die ausgegebene Summe. Mitglieder der SAPE, auch Sapeurs genannt, betrachten sich als Künstler und werden von der Gemeinschaft bewundert. Manche sind berühmt und treten auf Hochzeiten und Begräbnissen aus. Jeder hat ein Repertoire von Gesten, das ihn von anderen unterscheidet und viele haben witzige Spitznamen.
























Nahaufnahmen von Frauenaugen schmücken das Dach eines Zuges, der durch Kibera, einem Vorort von Nairobi, Kenia, fährt. Auf diesen 2km² voller Baracken wohnen zwischen 700.000 und 1,2 Millionen Menschen in Armut. Männer, die einen Job haben, fahren mit dem Zug zur Arbeit, die Frauen bleiben zuhause. Die Augen auf dem Zugdach sind Teil des Projektes "Women are Heroes", mit dem der Fotograf die Schlüsselrolle der Frauen in der Gesellschaft herausstellen will.


















Tiere




















Diversitäten

Chemisch verseuchte Orangen.


















In ihrem letzten Moment im Weißen Haus warten Präsident George W. Bush und Laura Bush mit Vizepräsident Dick Cheney und seiner Frau Lynn vor seiner Vereidigung auf die Ankunft von Barack Obama.


















Obama wartet einen Moment, bevor er zur Vereidigung das Podium betritt.


















In aller Welt sehen sich Menschen dem Druck ausgesetzt, einem oft von der Industrie diktierten Schönheitsideal entsprechen zu müssen. Christopher, 22, betrachtet in einem New Yorker Schönheitssalon seine  Brust nach der Wachsenthaarung.























Kommen wir jetzt zu den schwierigen Bildern. Es sind vier Fotos.

























Anhänger des iranischen Oppositionsführers Mir Hossein Mousavi protestierten im Juni in den Straßen von Teheran gegen das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen. Der amtierende Präsident Mahmoud Ahmadinejad wurde zum überwältigenden Sieger der Wahlen vom 12. Juni erklärt, aber die Anhänger des Oppositionsführers sprachen von Wahlbetrug. In den Tagen nach den Wahlen versammelten sich Tausende zum größten Protest in der Hauptstadt seit der Revolution im Jahre 1979. Trotz aller Versuche der Regierung, den Zugang zu blockieren, spielten soziale Mediennetzwerke eine wichtige Rolle bei der Kommunikation über den Protest. Die Sicherheitskräfte der Regierung gingen hart gegen die Demonstranten vor. Am 22. Juni wurde von 457 Verhafteten und mindestens acht Toten berichtet. Präsident Ahmadinejad legte am 5. August den Amtseid für seine zweite Amtsperidoe ab.

Ein verletzter Demonstrant bedeckt sein Gesicht nachdem Ausschreitungen ausgebrochen waren, am 13. Juni.


































Guinea-Bissau, eines der ärmsten Länder der Welt, entwickelte sich zu einem Zentrum des Kokainhandels für südamerikansiche Drogenkartelle, die neue Schmuggelrouten nach Europa suchten. Mit über 100 Inseln vor der Küste und einer Maine ohne seetüchtige Boote bietet Guinea-Bissau sichere Orte für das Umladen, Lagern und dne Transport von Kokain. Armeeoffiziere und führende Politiker sind in den lukrativen Drogenhandel verwickelt. Nach Angaben von Interpol war der frühere Präsident João Bernardo Vieira, der am 2. März ermordet wurde, einige seiner Generäle, mit denen er Meinungsverschiedenheiten hatte, aus dem Handel zu drängen.

Crack war in Guinea-Bissau unbekannt, bis die Drogenhändler das Land entdeckten. Heute hat die Abhängigkeit viele Frauen in die Prostitution getrieben.

Männer präparieren Kokainkapseln, die geschluckt und nach Europa geschmuggelt werden.


















Blick in's Innere eines italienischen Schlachthofes. Das Fleisch landet an den Theken unserer Discounter.























Die Ausstellung läuft noch bis zum 30. Januar.

1 comment:

  1. eyo...
    aus leipzig sind wir auch!!!

    azurfox.com

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