11/24/2010

Leipzig Street Art 2010 - ein paar Bilder von ein paar Bildern


Karl Toon, ca. 2006
cutout (Spinnereigelände)


Da Grande auf geheimer Mission in den Karpaten und Umland unterwegs ist, fiel es mir heute in die Hände einen Gastbeitrag zu verfassen. Und da ich gerade angefangen habe, in Leipzig hier und da, wo ich gehe und stehe und vor allem etwas sehe, interessante, schicke oder einfach nur auffällige Street Art zu knipsen ... bastel ich jetzt einfach mal einen Beitrag dazu.

Street Art ist ja prinzipiell die weniger in Zwängen gefangene Version das urbanen Klassikers Graffiti. Aber: Werkzeuge, Material und Art und Weise der Umsetzung liegen hier voll und ganz in den Händen des Künstlers. Keiner muss sich dumm kommen lassen, weil seine Teile nicht nachts und unter Einsatz des eigenen Lebens live und in Farbe an die Wand gebracht wurden. Weder Stencils noch daheim in liebevoller Detailarbeit gefertigte Cutouts sind verpönt, erlaubt ist was gefällt und am Ende zählt der Inhalt, mindestens aber der Aha-Effekt.

Dem Leipziger dürften die ein oder anderen Werke prominenterer Vertreter der Szene zwangsläufig bekannt sein. Ob nun die footballköpfigen Einfaltspinsel des Hallensers Karl Toon (siehe oben, Bild von hier), die aufwendigen Mosaike des Momo-Kollektivs (siehe weiter unten, von deren flickr habe ich auch das Bild genommen) oder die skurrilen Bilder eines Syru: seit den frühen 2000ern der  wurde der öffentliche Raum Leipzig  immer öfter auch zum Ausstellungsraum. Kaum eine Woche verging, ohne dass neue Arbeiten das Stadtbild, verfeinerten, ungeachtet der rechtlichen Grauzone, in der sich der Künstler und sein Werk befanden. Genau dies, sowie das Inkrafttreten neuer Graffitigesetze führten dann wohl im Jahre 2007 zu einem jähen Ende dieser Blüte. Ab sofort konnten für illegales Plakatieren, Sprayen oder sonstige Sachbeschädigung auch locker mal Gefängnisstrafen verhängt werden.


 
Momo Kollektiv, ca
. 2005 mosaik (in Plagwitz) 

Heute, im Jahre 2010, muss man schon zweimal hinsehen, wenn man in den belebteren Ecken Leipzigs  noch interessante Straßenkunst entdecken will. Aber ... ich habe zweimal hingesehen, und präsentiere schlussendlich kommentarlos, worum es eigentlich gehen soll: eine Handvoll Arbeiten, die mir als zeigenswert aufgefallen sind.

Allen voran zwei Cutout-Arbeiten aus der Hand Jolly Fellows, die mir - durch ihre Terry Gilliam-ähnliche Skurrilität - hier gleich um die Ecke aufgefallen sind:


 Jolly Fellow, 2010 cutout (am S-Bhf Möckern)


Jolly Fellow, 2010
cutout (an der Geschwister Scholl Schule, Gohlis)
  

 unbekannt, 2010 stencil  (Karl-Heine-Straße)


unbekannt,  
2010 stencil, angelehnt an Warhols Cover für  The Velvet Undergrounds Debütalbum
 (ironischerweise zu finden an der Tür des Museums der bildenden Künste)

unbekannt, 2010 stencil (Karl-Liebknecht-Straße)

 Hor & TAbU, 2010  mosaik (Nikolaistraße)


Wer mag, kann sich unter www.farbsucht.de noch jede Menge Teile aus Leipzig und Umgebung anschauen. Ich selber werde weiter wachsam sein und Bilder sammeln. Leipzigs Streetart mag zwar im Moment etwas unter der Oberfläche blubbern, aber es gibt definitiv noch fähige Künstler und kreative Köpfe, um die Straßen unsicher zu machen. Und es gilt: wer was schickes sieht, meldet sich. Fotos oder Hinweise, wo es etwas zu sehen gibt sind jederzeit willkommen. Für heute und mich ist hier aber erstmal Schluss ... ab Donnerstag ist Frau Grande wieder am Start ( der ich nur noch erklären muss, warum meine Text/Bild-Ausrichtung ganz anders ist, als im Grande-Blog üblich ... obwohl ich's selber nicht richtig verstehe)



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