8/26/2010

Literatur: The Twenties in Vogue.



Vor einigen Jahren ersteigerte ich mir auf Ebay das Buch "The Twenties in Vogue". Die 160-seitige Monographie befaßt sich mit den unterschiedlichen Facetten einer der lebendigsten Dekaden des 20. Jahrhunderts.

Unter den Überschriften "The Social Scene", "Arts & Entertainment" und "Travel & Leisure" werden in kleinen Aufsätzen und Briefen alle Belangen des gesellschaftlichen Lebens beschrieben.
Ich finde es immer wieder überraschend, wie ästhetisch einige Menschen damals lebten und es macht mich traurig und wütend, daß der zweite Weltkrieg diesen Geist nachhaltig zerstörte. In Berlin wurde zwar der Grundstein für den später weltweit begehrten Hollywood-Glamour gelegt, doch kann die Stadt bis heute nicht an ihre Glanzzeiten anknüpfen.


Faces in Vogue




The fun of fancy dress

Die Kostüme auf den berauschenden Bällen waren so opulent, daß dagegen selbst die Eskapaden im New Yorker Studio 54 in den 80ern wenig originell wirken.






Seen on the stage

Schauspielerinnen verkörperten ein völlig anderes Schönheitsideal. Krumme Nasen waren keine Seltenheit und auf den Autogrammkarten sahen die Aktricen oft eher furchteinflößend anstatt anbiedernd aus. Heute nennt man das Charakterdarsteller.
Außer den überzeichneten Geischtern mag ich auch die expressionistischen Schwarz-Weiß-Kulissen.




Model Actresses

Als ich diese Überschrift zum ersten Mal las, mußte ich unweigerlich an die Zeilen "Hooker/Waitress, Model/Actress, oh just go nameless [...] now she's fading somewhere in Hollywood" aus dem wundervollen Song Celebrity Skin von Hole denken.
Wenn Courtney Love so weiter welkt, endet sie wie Baby Jane in L.A. Und das fände ich auch auf eine Art konsequent. Story of her life.




Motion Pictures

Die göttliche Lousie Brooks. Die göttliche Greta Garbo. Die göttliche Pola Negri. Nothing more to say.




The art deco exhibition

Es ist nicht zu übersehen, ich liebe die Arts Decoratifs. Strukturiert und gleichzeitig verspielt. Besonders von der Architektur kann ich nicht genug bekommen.
Statt futuristischer Glasbauten dürfen gerne ein paar Jugenstilgebäude das Stadtbild bereichern. Auch die phantasievollen Inneneinrichtungen mit den vorwiegend runden Formen verbreiten eine wohltuend elegante Stimmung.






Und zum Schluß noch ein paar antiquierte Werbeanzeigen:



Ich fände es sehr spannenden diese Gesamtästhetik in die heutige Zeit zu transportieren. Warum soll der Stummfilmstar nicht am Laptop sitzen?

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